Taktikanalyse
Der FC Südtirol kassiert schon wieder zwei Gegentore und stellt nun (mit Sassuolo) die schlechteste Defensive der Serie B. Die großen Probleme des FCS liegen aber - man glaubt es kaum - in der Offensive.

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3 Spiele, 6 Punkte, 5 erzielte Tore, 5 Gegentore. Das war die Statistik des FC Südtirol vor dem heutigen Heimspiel gegen Brescia. Liest sich relativ gut: 6 Punkte - solide. 5 erzielte Tore - super! Aber 5 Gegentore nach 3 Spielen? Das sind sehr viele. Südtirol hat offenbar ein Defensivproblem. Aber das ist ein bisschen zu oberflächlich. „Defensivarbeit beginnt ganz vorne bei den Angreifern“ - richtig. Südtirol unter Valente kann auch ganz gut pressen - in dieser Saison allerdings noch nicht. 

Woran es momentan mangelt

Valente schickte seine Mannschaft wieder in einer 3-4-2-1-Grundformation aufs Feld. Arrigoni bildete mit Kurtic die Doppel-6, Tait und Casiraghi gaben die Halbspieler hinter der Spitze (Raphael Odogwu). Kofler ersetzte den verletzten Masiello, Davi lief den linken Flügel rauf und runter, Molina tat dasselbe auf rechts. Brescia begann ebenfalls mit einer 3er-Abwehrkette, 5er Mittelfeld und 2 Angreifern. Das war zwar etwas überraschend, aber eigentlich kein Problem: So eine Formation lässt sich ja ganz einfach mannorientiert pressen. Denkste.

FC Südtirol im Pressing: Auch gegen Brescia zogen sich die Südtiroler tief ins Mittelfeld zurück und formierten sich dann im 5-4-1 Foto: SALTO

Südtirol tat das gerade nicht: Raphael Odogwu orientierte sich am zentralen Mittelfeldspieler (vor der Abwehr) Brescias, dahinter positionierten sich seine Mitspieler in 4er- bzw. 5er-Linien. Zugegeben: Das war im Vergleich zum Spiel gegen Carrarese meistens kompakt, aber eben auch passiv: Der Gegner hatte nie wirklich Zeit- oder Raumdruck. Südtirol fehlte schlicht die Intensität und Aggressivität gegen den Ball. Das war schon gegen Carrarese ein großes Manko. Heute wieder. 

Dabei machte Brescia selbst auch viele (einfache) Fehler mit Ball. Die Gäste konnten sich aber nach der frühen 1:0-Führung (12. Minute) zurücklehnen und jetzt selbst tief und passiv verteidigen. Beim FC Südtirol wurden in Folge dessen noch viel größere Probleme offenkundig.

Ballbesitz - das kann nicht jeder!

Der FCS hat seit je (in der Serie B) Probleme damit, das Spiel zu machen, d. h. mit dem Ball etwas anzufangen. Das war schon bei Bisoli so, das setzt sich unter Valente fort. Seit Valente übernommen hat, schraubten die Südtiroler ihre Ballbesitzprozente zwar stetig nach oben, aber die Qualität dieses Ballbesitzes blieb weitestgehend auf dem gleichen - niedrigen - Niveau. Offensive Grundprinzipien werden schlichtweg nicht befolgt: Einfache (!) Überzahl in Ballnähe herstellen, den Zehnerraum besetzen, 1-vs-1-Situationen herstellen und im Dribbling lösen, usw. Das Alles schienen die Südtiroler vergessen - ja: nie gelernt - zu haben.

Südtirol im Ballbesitz: Die 3er-Abwehrkette spielt sich den Ball zu. Die Bewegungen der Doppel-6, Kurtic und Arrigoni, sind nicht abgestimmt, sie blockieren sich, sodass keiner der beiden anspielbar ist. Foto: SALTO

Südtirols Ballbesitz war wieder reinstes Ballgeschiebe. Quer statt vertikal. Abdrehen statt Aufdrehen. Sicherheit statt Risiko. Kurtic ließ sich ständig an die Stelle von Cagnano (halblinker Innenverteidiger) zurückfallen. Das ermöglichte diesem zwar das Aufrücken über links, Simone Davi schob in Folge dessen aber nicht etwa nach innen, sondern lediglich noch weiter nach (links) vorne. So wurden laufend U-Formationen im Aufbauspiel hergestellt. Ein Graus für jeden Trainer. Und völlig nutzlos noch dazu.

Ein weiteres Problem war das schlechte Bewegungsspiel der beiden Sechser - Kurtic und Arrigoni. Das war nicht ausbalanciert oder aufeinander abgestimmt, und so blockierten sie sich entweder gegenseitig oder nahmen zu allem Überfluss auch noch zusätzliche Mitspieler aus dem Spiel.

Südtirol mit Ball: Kurtic und Arrigoni sind wiederum schlecht positioniert, blockieren sich nicht nur gegenseitig (rotes X), sondern verhindern auch das Zuspiel auf den eingerückten Casiraghi Foto: SALTO

Nach einer Trinkpause versuchte Casiraghi vermehrt, den Zwischenlinienraum zu besetzen, auf den rechten Flügel auszuweichen - ja: irgendwas, damit ein bisschen Dynamik ins Offensivspiel der Gastgeber kommt. Das zeigte Wirkung, hätte man es nur weiter verfolgt. 

Der Zwischenlinienraum besetzt: Nach dem 0:1-Rückstand wurde plötzlich gezielt der 10er-Raum überladen. Südtirol konnte sich dadurch das ein oder andere Mal durchkombinieren. Allerdings fiel man sehr schnell in alte Muster zurück. Foto: SALTO

Stattdessen setzten nach einer kurzen Phase der erhöhten Dominanz wieder alte (schlechte) Muster ein. Die Überzahl im Spielaufbau wurde unnötig verdoppelt oder verdreifacht, wichtige Zonen nicht mehr besetzt und die eigenen Mitspieler blockiert. 

Individuelle Probleme: Kurtic hat den freien Raum vor sich, sollte eigentlich in diesen stoßen (gelb markiert). Stattdessen lässt er sich aber zurückfallen (weiß). Foto: SALTO

Südtirol konnte aus diesen Mustern nicht mehr ausbrechen. Valente versuchte von außen durch Wechsel und Anweisungen, auf seine Spieler einzuwirken, sie zu mehr Risiko und Intesität zu bewegen. Nur: Es half nichts. 

Aggressivität und Intensität waren auch im Spiel mit dem Ball nicht vorhanden. Durch einen Odogwu-Elfmeter kamen die Gastgeber zwar noch einmal heran, aber das war Zufall: Nach einer Standardsituation konnte sich Brescia nicht befreien, dem Chaos im Strafraum folgte schließlich ein Handspiel eines Brescia-Verteidigers.

Und. Dann. Das.

FC Südtirol am linken Flügel: Eine Szene wie vor einem halben Jahr schon einmal. Sie belegt den spielerischen Rückschritt. Foto: SALTO

Das oben ist eine Szene vom heutigen Spiel gegen Brescia. Unten eine Szene aus dem Spiel gegen Cittadella Ende April. 

FC Südtirol am linken Flügel: Vor 4 1/2 Monaten gab es schon einmal so eine Szene. Der FCS hat sich offenbar seitdem nicht wirklich weiterentwickelt. Foto: SALTO

Stillstand oder Rückschritt?

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