Deutschland
Der Rechtsruck offenbart große Unzufriedenheit und schwächt Merkel.

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gorgias Lun, 09/25/2017 - 19:29

Hier werden falsche Rückschlüsse gezogen. Wer zu Zeiten des NS-Regimes Mitglied der NSDAP war ist noch lange kein überzeugter Nazi. Die NSDAP ist keine Kaderpartei in der man auf Magen und Nieren in seiner weltanschaulichen Standfestigkeit überprüft wurde. Jeder der irgendwo eine Stelle als Hausmeister in einem öffentlichen Gebäude oder sonst was wollte, trat der NSDAP bei. Eine Kader-Funktion hatten im dritten Reich andere Organisationionen wie die SS.
Jene die nicht der NSDAP beitraten vielen schon fast mehr auf als jene die es nicht taten.

Wer jetzt der AfD beitritt muss zumindest keine Kontaktscheue gegenüber dem rechten Rand des politischen Spektrums haben. Ich würde dir das Ö1 Mittagsjournal von heute empfehlen, dort wird von einem rechten und einem rechtsextremen Flügel gesprochen. Das muss nicht ganz stimmen, doch die AfD ist zumindest grenzwertig. Es ist nicht mehr die Partei von Henkel und Lucke.

Lun, 09/25/2017 - 19:29 Collegamento permanente
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Ludwig Thoma Lun, 09/25/2017 - 21:04

„Leider wird von vielen Journalisten nicht erkannt, dass Rassismus, Konservatismus, Rechtsextremismus und Schwulenfeindlichkeit nicht dasselbe sind und so wird alles in einen Topf geworfen.“ Genau, und dieser Topf heißt dann Afd. Oder in was für einer Partei findet man sonst Leute die gern stolz auf die Leistungen der Wehrmacht wären, den Begriff völkisch wieder gern positiv besetzen möchten und gegen die sexuelle Selbstbestimmung, gegen den Equal-pay-day und alles was irgendwie mit Islam und Zuwanderung zu tun hat, sind?
Klar fühlen viele konservative Wähler von der Politik Merkels nicht vertreten. Aber wenn mir in der Kneipe das Bier nicht mehr schmeckt, dann sehe ich keinen Grund deswegen aus der Toilette zu trinken.

Lun, 09/25/2017 - 21:04 Collegamento permanente
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Julian Nikolau… Lun, 09/25/2017 - 23:36

1. Die große Niederlage der SPD ist, finde ich, nicht zuletzt ein Produkt der medialen Bewusstseinsindustrie: Während die richtungsweisenden Medien den Hype um seine Person z.T. unkritisch unterstützt oder gar befördert haben, fiel Schulz im Frühjahr in „Ungnade“. Seitdem wurde permanent von der Langweile und Inhaltslosigkeit des Wahlkampfes gesprochen und von der Unausweichlichkeit von Merkel. Bis das alle verinnerlicht haben. Erst im letzten Moment scheinen einige der großen Blätter - so die SZ - in den gebremsten Schulzzug eingestiegen zu sein und haben von Schulz als „Bewahrer der Würde“ der Wahl berichtet.

2. Gut möglich, dass es mittel- oder langfristig zu einem Annäherungsprozess zwischen CDU, FDP und AfD kommt: Die beiden etablierten Mitterechtsparteien könnten dabei getrieben werden von der Angst um ihre Wählerschaft, die AfD vom Willen, immer mehr in die Mitte zu greifen. Eine Symbiose scheint derzeit natürlich ausgeschlossen, aber: Die AfD könnte den kulturpolitischen, die FDP den wirtschaftspolitischen Trend vorgeben, mit der großen schwarzen Mitte als Ausgleicherin, Verwalterin und (leisem) sozialem Gewissen. Bereits lange vor diesen Wahlen gab es informelle Treffen zwischen CDU und AfD, und besonders bei jüngeren Christdemokraten steht Merkels Abgrenzungskurs auf Sand. Diese Jüngeren werden die Partei aber bald prägen, ein interner Rechtsruck ist wahrscheinlich. Zudem wird die „Alternative“ sich gewiss - wenigstens in Teilen - normalisieren, sobald sie im parlamentarischen Prozess agiert.

3. Historisch herausgefordert ist die gesellschaftliche Linke, in Deutschland immer noch (wie eh und je) in der strategielosen Defensive. Wenn die jüngere SPD-Geschichte eines gezeigt hat, dann, dass die Anbiederung der Partei an Kapital und Konservativismus allen nützt nur nicht der Sozialdemokratie. Alle Versuche, die SPD neoliberal zu gestalten, sind gescheitert. Die Antwort muss ein überzeugtes und überzeugendes Bekenntnis zum „demokratischen Sozialismus“ sein, überhaupt der Mut, dieses Wort seit den 1990ern wieder in den Mund zu nehmen. Im Grunde muss auch die Linke endgültig über ihren Schatten springen und mit der SPD debattieren, wie eine soziale Alternative zum Rechtsruck strukturell, parteilich organisiert werden kann. Bei den linken Grünen könnte (im Falle einer Regierungsbeteiligung) eine solche Entfremdung von ihrer Partei anwachsen, dass sie ihr den Rücken kehren und sich dem rot-roten Lager zuwenden. Das würde frischen, liberalen Wind bedeuten im grauen Staub (SPD) und Mief (DDR-Reste in der Linken) die Rot-Rot teilweise durchziehen. Klar - das ist Zukunftsmusik, sehr phantastische dazu, aber eine m.E. wünschenswerte.

Lun, 09/25/2017 - 23:36 Collegamento permanente
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Julian Nikolau… Lun, 09/25/2017 - 23:51

Zugegeben, ich würde mir nicht zutrauen sowohl Nationalist als auch nicht-islamophob zu sein - passt doch der Islam nicht ins Konstrukt der abendländisch-christlich-(wenn kein Antisemitismus vorliegt: auch jüdischen) deutschen Nation, das der Nationalist zur Richtschnur seines Handelns erhebt. Wie dem auch sei...
Jedenfalls eine romantische Vorstellung, dass die AfD alles, woran ihr liegt, ins öffentlich einsehbare Programm aufnimmt. Dabei zeigt sich doch vermehrt, dass sich hinter der angeblich konservativen Fassade eine ganz andere Fratze verbirgt; vieles wird im „Geheimen“ besprochen, taucht dann aber durch Missgeschick oder als bewusste Provokation auf, ich erinnere an Weidels Emailverkehr. Sie scheinen mir Petrys Standpunkt zu vertreten, wonach die Höckes die Fremdkörper in der Partei sind. Die realen Machtverhältnisse zeigen, dass es wohl genau umgekehrt ist. Petry ist Wackelkandidatin, nicht Höcke und nicht Gauland.

„Konservativ sein“ - das ist wohl nur noch zum Vorwand verkommen, endlich mal die Sau rauszulassen und das wählen, was man immer wollte: rechts. Ich zuerst, dann die anderen!

Lun, 09/25/2017 - 23:51 Collegamento permanente
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Ludwig Thoma Mar, 09/26/2017 - 17:59

Lesen Sie mal hier:
http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/hetze-in-afd-kreisver…

Da schreibt einer doch tatsächlich „Die nächste Phase im Krieg gegen dieses widerwärtigste System das je auf deutschem Boden existierte nimmt nun ihren Anfang.“
Und: "Die in ihrer Niedertracht und Abartigkeit alles in der Menschheitsgeschichte bisher je Dagewesene übertreffenden Gestalten aus dem bundesrepublikanischen Establishment werden in einer vereinigten Front aus Blockparteien, Journaille und Staatsapparatschiks alles in ihrer Macht stehende tun, die AfD an ihrer wichtigen Arbeit zu hindern und die Partei aufzureiben. Jeder noch so hinterhältige Trick wird zum Einsatz kommen, jede noch so dreiste Lüge wird ersonnen werden um die AfD zu vernichten. Doch werden wir uns nicht davon aufhalten lassen unsere Mission zum Wohle des Deutschen Volkes fortzuführen."
Auch dass man unbequeme Zeitgenossen „entsorgen“ möchte, steht nicht im Programm, wurde aber so gesagt.

Menschen die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, sagen und schreiben solche Sachen nicht, ja sie denken sie nicht mal. Parteien die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, schließen solche Leute aus. Oder habe ich da mangels Intellekt bzw. Reflexionsfähigkeit wieder was falsch verstanden?

Mar, 09/26/2017 - 17:59 Collegamento permanente
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Stefan Wedra Mer, 09/27/2017 - 18:54

NPD, Republikaner, DVU Sie stiegen alle stark ein und sind an der politischen Realität und am demokratischen Konsens gescheitert. Bei der AfD wird es nicht anders sein. Die Selbstkannibalisierung hat schon vor der Bundestagswahl begonnen. Der Austritt der Parteivorsitzenden erst aus der Franktion, dann aus der Partei ist nur Kapitel 1 nach der Bundestagswahl. Das Problem von Populisten ist, dass sie keine positive politische Perspektive bieten. Da sie keinen Beitrag zur konstruktiven Lösung der Probleme des Landes bieten, haben sie genug Zeit, sich gegenseitig in die Pfanne zu hauen. Mal sehen, wer in zwei Jahren von denen noch am Tisch sitzt. Man könnte ja ein Kinderlied umdichten: „Zehn kleine AfDerlein ...“

Mer, 09/27/2017 - 18:54 Collegamento permanente
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Karl Trojer Gio, 09/28/2017 - 17:11

Nicht die AfD verdient viel Aufmerksamkeit, sondern die Probleme, die zu ihr führten / führen. Je umfassender über Extremismen in Medien berichtet wird, umso wichtiger und glaubwürdiger erscheinen sie einer breiten Öffentlichkeit, Besser erschiene es mir zu sein, sie zu ignorieren und sich ernsthaft mit den Ursachen und ihren Lösungen zu befassen.

Gio, 09/28/2017 - 17:11 Collegamento permanente

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