Aus dem Blog von Christoph Moar
Lifestyles Of Health And Sustainability. Kurz: LOHAS. Das war der 1999 von den Marktforschern von “Conscious Media” in einer aufsehenerregenden Studie entwickelte Begriff für Menschen, die aktiv nach einem gesünderen und nachhaltigeren Lebensstil suchen, und die ihren Lebensstil und ihre Kaufentscheidungen danach ausrichten. Der Markt reagierte sofort. Regionale Produkte, sanfter Tourismus, cradle-to-cradle Design sind im Aufwind. Auch in Südtirol. Aber eine solche Lifestyle-Nachhaltigkeit reicht nicht aus: Unsere ganze Gesellschaft muss ökologischer und sozialer werden. Es sind mutige Reformen nötig, denen sich unser Land nicht entziehen darf. Ein Plädoyer für eine Erneuerung in der nächsten Dekade.
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Monika Mallojer-2251 Mar, 11/12/2013 - 18:26

Lieber Christoph, vielen Dank für deine einfühlsamen Beobachtungen, die ich nur unterstreichen möchte; man kann zu diesem Thema nicht häufig genug Stellung beziehen und an das Bewusstsein der Handlungsträger appellieren. Es ist auch höchst an der Zeit, dem Begriff „Wirtschaft“ wieder jene Bedeutung zurückzugeben, die er ursprünglich hatte und ihn von der Gleichschaltung mit jenem des „Unternehmers“ abzukoppeln: Wirtschaft ist an viele Akteure gebunden, damit sie funktionieren kann und die sollte man nicht aus den Augen verlieren.

Mar, 11/12/2013 - 18:26 Collegamento permanente
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Günther Mair Mar, 11/12/2013 - 19:32

Von daher stimme ich dem Gesagten auch durchwegs zu.

Gerade wenn es darum geht Ideen für die Zukunft zu entwickeln, lassen sich viele Neuerungen allein schon in dem Moment vorstellen, in dem man damit beginnt, über das Wachstum als eine qualitative Dimension nachzudenken... allem voran ist mein Gedanke zwar in Richtung der Landwirtschaft abgeschweift, aber es gibt genau so viele Übereinstimmungen in kleinen Dingen in einem Unternehmen, wie z.B. der stetigen, qualitativen Leistungsverbesserung, welche einem die Kunden sichern und zufrieden stellen.

Dem rücksichtsloses Hinterher-Hechten von Quantität steht - eben am Ende - oft ein um so jäheres Ende gegenüber. Zu weit gegangen, zu viel riskiert - geplatzte Blasen, geplatzte Träume und eine zu schnelle und zu harte Bruchlandung. So lange sich das „nur“ in nominalen Größen im Entfernten „Kapitalmarkt“ manifestiert und (bei uns) unmerklich auf viele verteilt, mag das akzeptabel sein. Aber wie so oft passiert dann etwas, das wirklich weh tut, in „der“ Wirtschaft, wie auch in unsrer Umwelt. Dann wird es schwierig zurück zu rudern, ab und zu gar unmöglich.

Deshalb sollte man sich absichern, die Risiken verteilen. Einerseits in Grundeinstellungen wie dem Wachstum, andererseits im sozialen Denken. Steuern sollten wieder steuern und das in einem guten Gleichgewicht verteilt: im Rahmen des Verfügbaren und mit Blick in die Zukunft - von der anfänglichen Bildung der Jüngsten bis hin zur Pension und der Absicherung im Lebensabend bei den Ältesten. Es ist ein Rad das sich dreht, ohne Wichtigeres und weniger Wichtiges. Wir, unsere Kinder und deren Kinder wiederum werden es durchlaufen.

Die Frage die sich mir am Ende stellt: werden wir als Gesellschaft und Politik es schaffen, uns dem heutigen „Teufels-Kreis“ der positiven Vorsätze, der polarisierenden Versprechungen und des persönlichen Verlangens zu entziehen? (habe bei der Wortwahl etwas nachgeholfen, jetzt könnte man das als „die 3 PV’s“ bezeichnen)

Womöglich liegt der Schlüssel in der Bewusstseinsbildung darüber, was uns zum Status Quo hinbewegt (hat) und darüber wo wir uns in Zukunft wiederfinden wollen.

Mar, 11/12/2013 - 19:32 Collegamento permanente
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Christoph Moar Mer, 11/13/2013 - 20:45

In risposta a di Günther Mair

von dir, Günther. Und leider hast Du recht, dass immer wieder „etwas“ passiert, „was weh tut“. In Umwelt und Gesellschaft - Tchernobyl und Fukushima lassen grüßen. Aber noch viel häufiger auch im kleineren Maßstab. Das tut aber nicht weniger weh. Ob sich die Gesellschaft und Politik dem Teufelskreis der (quantitiven) Wachstumsfetischisten entziehen lassen wird, ist die Gretchenfrage. Zu verlockend sind die Versprechungen auf zukünftige Teilhabe, die ja zum Zeitpunkt der Entscheidung jeder Entscheider gern glauben möchte. Bewusstseinsbildung tut hier bei Entscheidern, UnternehmerInnen und KonsumentInnen wirklich not...

Mer, 11/13/2013 - 20:45 Collegamento permanente
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Christoph Moar Gio, 11/14/2013 - 10:19

Hallo Oliver,
danke für die Rückmeldung! Zwei Präzisierungen/Fragen, die du stellst, möchte ich dir beantworten:

1) „Die These dass Kapitalismus zwangsläufig Verlierer produziert ist falsch“.

Von mir ist folgendes gemeint und geschrieben: Der Kapitalismus, oder der Markt, erzeugt nachweislich Wohlstand, aber eben auch Gewinner und Verlierer. Das ist für mich eine inherente Logik der Marktwirtschaft, die ich auch nicht kritisiere. Wer die richtigen Skills hat, den richtigen Riecher, die richtigen Produktionsmittel, der gewinnt. Wer das nicht hat, verliert. Darum gibt es ja, zum Glück, den gegensteuernden Staat. In der Bundesrepublik heisst das dann „unsere soziale Marktwirtschaft“, ein historischer Begriff. Wenn du Kapitalismus oder reine Marktwirtschaft ohne staatliche Einmischung zu Ende denkst, dann führt es zwangsläufig zu Gewinnern und Verlierern. Das ist nicht böse gemeint, aber aus meiner Sicht absolut korrekt.

2) „Grüne Politik ist, wie schon vorhin erwähnt, per se sozial orientiert.“ Hier stellt sich mir die Frage: Was ist sozial?

Der Gedanke hinter dieser Formulierung liegt zur Vorbereitung der Schlussbemerkung, die ich am Ende ziehe. Es geht mir darum zu überlegen, wo theoretisch die Grüne Politik eher angesiedelt ist: liberal/marktwirtschaftlich oder sozialorientiert? Wenn ich ein paar Absätze weiter oben den Gedanken formuliere, dass eben „Naturschutz“ oder „Ressourcengenügsamkeit“ (als Grüne Kernthemen) per se sozial sind (weil eben besonders die benachteiligten Bevölkerungsschichten von Raubbau in diesen Gebieten am schnellsten/direktesten betroffen sind), dann meine ich das: auch wenn die Grünen kein explizites Sozialprogramm hätten (was sie, übrigens, sehr wohl haben), aber selbst wenn sie keines hätten wären sie sowieso sozial, aus den genannten Beispielen heraus.

Mit „Das Problem ist nicht der Kapitalismus sondern die Instrumentarien der (Um-)Verteilung funktionieren nicht richtig.“ meinst du eigentlich dasselbe was ich meine. Reine Marktwirtschaft führt zu einem Problem. Und die Instrumenten der Umverteilung sind eben nicht mehr Marktwirtschaft, sondern Sozialpolitik. Beides zusammen ist die soziale Marktwirtschaft, die wir heute kennen. Und diesen ganzen Gedankengang führe ich, damit mir klar wird, dass wenn die Grünen irgendwo anecken (was von den Medien ja stets kolportiert wird, darum gehts mir), wir höchstens „mit den konservativsten oder den ausschließlich marktliberalen Tendenzen - das sind die mit dem typisch hierarchischen Gesellschaftsbild und dem unbeirrten Wachstumsglauben.“ anecken. Und das fände ich nun gar nicht schlimm, dort anzuecken :)

Im Kern bin ich wie du kein Freund von unsinnigen Regulierungen. Ich würde mich theoretisch gerne als ökoliberal betrachten. Aber auch hier stimme ich der These zu, dass es Ökoliberal eigentlich nicht gibt. Um die Gesellschaft ökologisch und sozial zu modernisieren, bedarf es eines handlungsfähigen Staates. Wer Ökologie ernst nimmt, kann nicht wie die FDP einer Deregulierung das Wort reden.

Dass ich als Unternehmer schreien könnte ob unsinniger Regulierungen ist ein anderes Blatt. Unsere bisherigen politischen Vertreter haben hier allzu häufig Mist gebaut. Eine Arbeitsschutzrichtlinie, die sich auf die teure Erstellung eines tausendseitigen Einsatzsicherheitsplans reduziert, mit dem Verantwortung abgewälzt wird, ist ein Beispiel wie man Regulierung nicht machen sollte. Und dein Verbandskasten sicher genauso. Und ich glaube individuelle Freiheit und Bürgerrechte werden von allen Grünen Bewegungen als höchstes Gut gesehen. Sei es in der persönlichen Entfaltung, im Schutz vor unrechtmäßigen Eingriffen des Staates, bis hin zur informationellen Selbstbestimmung. Wer hat schon vor 30 Jahren gegen der ausufernden Datenerhebung (damals noch Volkszählungen) protestiert? Zu einer Zeit, als es noch keine Piraten auf dem politischen Schirm gab.

Aber eben, hier muss das richtige Mittel getroffen werden. Eine pauschale Reduktion des Staates ist eben das: zu pauschal. Ich glaube, dass in einigen Bereichen sogar „mehr“ Staat als heute gefordert ist. Aber vermutlich meinst du dasselbe mit „auf seine sinnvollen Funktionen“.

lg!

Gio, 11/14/2013 - 10:19 Collegamento permanente
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Johannes Engl Ven, 11/15/2013 - 09:06

Ihre Ausführungen bringen es auf den Punkt:
Nachhaltigkeit und soziale Erneuerung sind kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit. Sie müssen zum Mainstream werden. Dazu braucht es wie immer am Anfang Vorausdenker und Pioniere um später zum Mainstream zu werden. Dazu braucht es mutige Entscheidungen von Unternehmen und Politik, Wirtschaft neu zu denken und das Wirtschaftssystem konsequent umzubauen, um es sozialer und nachhaltiger zu machen. Natürlich ist ein Paradigmenwechsel unausweichlich. Ein bereits gut durchdachtes und zum Teil schon erprobtes neues Wirtschaftssystem ist die Gemeinwohlökonomie, welche schon von über 1000 Unternehmen praktiziert wird.

http://www.gemeinwohl-oekonomie.org/de/content/die-idee-der-gemeinwohl-…

Ven, 11/15/2013 - 09:06 Collegamento permanente

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