Chemnitz
In Europa werden rechte Ideologien zunehmend und rasant wieder zu einem weitverbreitetem Alltagsproblem. Doch der mehrheitliche Wille zum Widerstand ist hier.
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Sepp.Bacher Gio, 09/13/2018 - 08:11

Schön geschriebener und in dialektischer Weise gut argumentierter Beitrag, Alex Favalli. Man merkt, dass Sie von der Materie viel verstehen! Es tut gut, so schön in korrektem Deutsch geschriebene Beiträge auf salto.bz zu lesen. Schade, dass Sie anscheinend wenig Widerspruch auslösen!
Ich will´s versuchen: „….wie unser Bildungssystem und Medienkomplex versagt haben“. Möglicherweise hat man in der Schule - so wie in den Medien - auch zu viel versucht zu beeinflussen. Konservative und reaktionäre Lehrpersonen haben in den Sechziger- und Siebziger-Jahren möglicherweise, die Hippie- und die 68-er Bewegung erste ermöglicht oder sogar heraufbeschworen. Ebenso kann das zu viel an alternativer und linker Pädagogik auch das Erwachen der rechten Ideologie bewirkt und ernährt haben. Selbstdenkende junge Menschen suchen der Widerspruch und Widerstand, deswegen muss man anderer Meinung sein als Vater und Lehrer!
"Allerdings ist Chemnitz nicht das Problem, Sachsen auch nicht, genau so wenig wie Ostdeutschland. Solche Ereignisse sind viel mehr die Symptome einer konstant ansteigenden Sympathie und Toleranz gegenüber der rechten Ideologie. Grund dafür dürften hauptsächlich zwei Faktoren sein: Zum ersten ist der politische Erfolg der Rechten immer auf ein Scheitern der Linken zurückzuführen." Summa-summarum heißt das, dass das Ausländer- und Flüchtlingsproblem keine Rolle spielen im Erstarken der Rechten. Das glaube ich nicht! Man kann angefangen in den Niederlanden über Dänemark, Norwegen, Österreich, Deutschland und kürzlich Italien sehen, wie die politische Stimmung im Zusammenhang mit diesem Thema nach rechts gekippt ist. Nur Griechenland und Spanien scheinen eine Ausnahme zu sein.

Gio, 09/13/2018 - 08:11 Collegamento permanente
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Erwin Demichiel Gio, 09/13/2018 - 22:39

Ein paar Mal wird im Artikel von A. Favalli angedeutet, dass das alles wohl auch mit den ökonomischen Verhältnissen zu tun hat.
„.... der immer größer werdende Mangel an Wohlstand, dessen unilaterale Verteilung und eine regierende Politik, die das nicht zu kümmern scheint...“ „... den ganzen Spielautomaten auszutauschen, anstatt ständig irgendwelche Schrauben zu drehen, die zu wackeln scheinen ...“
Dann stellt der Autor m.E. die zentrale Frage: „Jedoch bleibt die Frage, was nach der Wut und dem Antifaschismus kommen sollte, unbeantwortet.“ Genau, darum geht es. Danach kommt gar nichts, weil nichts kommen darf, was den „Spielautomaten“ in Frage stellen könnte. Warum keine nachhaltig empörten Demonstrationen gegen den Spielautomaten und sein wahnsinniges, weltweites, tägliches Zerstörungsprogramm aller Lebensgrundlagen?

Die Empörung über Nazi-Aktionen ist verständlich und richtig; wenn es aber nur dabei bleibt ist sie steril und führt nirgendwo hin. Wir sollten uns den Satz von Max Horkheimer aus den 30iger Jahren merken: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.“ Heute nennt er sich „neoliberaler globalisierter Kapitalismus“ und ist um einiges kräftiger, als der damalige, der ja auch schon in den 2. Weltkrieg geführt hat. Zumindest der Papst sagt es klar und deutlich: dieses System muss töten und Kriege sind für es eine zentrale Notwendigkeit. Das ist das Thema und der Rest sind Nebenschauplätze, die uns nicht das Hirn vernebeln sollen.

Gio, 09/13/2018 - 22:39 Collegamento permanente
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Klaus Griesser Mer, 09/19/2018 - 22:03

In Europa wabert derzeit eine dunkle Wolke der Angst vor der Zukunft, welche den Rechten einen Nährboden bietet um die Flüchtlinge als Verursacher allen Übels hinzustellen/zu brandmarken. Aber ist die Flüchtlingsfrage nicht die Folge der neoliberalen Globalisierung der letzten Jahre und wird der permanente und zunehmend spürbare Sozialabbau nicht auf Geheiß Draghis von den europäischen Regierungen ausgeführt zwecks Ermöglichung permanenter Steuersenkungen für die Reichen? Warum wird das nicht gesagt?
Einen erhellenden Beitrag in diesem Sinne fand ich auf
https://www.republik.ch/2018/09/08/wir-brauchen-einen-populismus-von-li…

Mer, 09/19/2018 - 22:03 Collegamento permanente

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