Busbahnhofareal
Scheme Matrix (Debug)
salto
community
partner-content
partner-plus-content
dossier
breaking
advertorial
editor
columnist
Eine sehr gute Analyse, die
Eine sehr gute Analyse, die ich teile.
Was die Grundfrage angeht, warum die Stadt nicht selber ihre Entwicklungslinien setzt und dann die Ausschreibung macht, so liegt die Antwort in dem Gesetz, das eigens für diesen Anlass gemacht wurde.
Schlecht und in aller Eile. Denn das besagt eben, dass ein Privater, „auch in Ermangelung einer vorherigen Ausweisung der Gebiete für die städtebauliche Umstrukturierung“ einen Vertrag mit dem Bürgermeister schließen kann, auf den die Gemeinde dann innerhalb kürzester Zeit reagieren muss.
Damit liefert man sich unweigerlich aus.
Unterschätzt wurde wohl der Druck, der durch Marketing und Lobbying auf der einen Seite und politische Unfähigkeit (anders kann ich es nicht ausdrücken) auf der anderen entstanden ist. Auf jeden Fall bleiben so viele offene Fragen! Warum werden die 12,1 Millionen, mit denen die Ex-Handelskammer saniert wurde, in den Sand gesetzt? Was passiert mit dem Busbahnhof (die Landesregierung hat auf meine Anfrage geantwortet, dass sie bis 2020 keine Ausgaben für die Verlegung des Busbahnhofs tätigen wird)? Vor allem aber, und das ist die wichtigste: Wird die Umgestaltung des Bahnhofareals noch finanzierbar sein?
Auf all diese Fragen wurde in der ganzen Debatte nie eine Antwort gegeben. Ich hoffe, dass die Stadtväter wissen was sie tun - auch wenn sie es uns nicht sagen.
In risposta a Eine sehr gute Analyse, die di Brigitte Foppa
Die Stadt hat sich doch
Die Stadt hat sich doch selber ihre Entwicklungslinie gegeben und die sind in den Grundzügen außerordentlich gut: Masterplan 2010. Das ist es ja, was einen so wundert!
Und genau an folgendem Satz liegt das Problem: „Ich hoffe, dass die Stadtväter wissen was sie tun“. Dann kommt genau das dabei heraus, was wir jetz hier haben. Frau Foppa, bei allem Respekt, sie haben eine der Kernaussagen des Artikels nicht verstanden. Ich versuche es anders: der Bürger ist es, der sich mit engagieren muss, der Bürger ist es, der den Stadtvätern die Leviten lesen muss, wenn er nicht offen und ehrlich sagt, was er vor hat, der Bürger muss sich bei solchen Projekten einbringen und seine Bedürfnisse einfordern.
Wissen wir denn, was die Bozner von dem Ganzen halten? Gab es denn mal Bürgerveranstaltungen, wo die Bürger ihre Sichtweise auf die Stadt und ihre Probleme geschildert haben, wo die Bürger an einem Konzept mitgewirkt haben, das die Stadt wirklich braucht? Stichwort „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ oder sowas in der Richtung? Frau Foppa, sowas gab es noch nie in Bozen und genau da liegt das Problem.
Wie soll des denn sonst enden? Etwa so, wie in Baden-Württemberg, wo die seit 50 Jahren (ziemlich erfolgreich!) regierende CDU abtreten musste und einen in Skandale verwickelten Ministerpräsidenten stellte, der heute sogar in der CDU keine Freunde mehr hat, was zur Folge hatte, dass sich eine Gesellschaft teilweise radikalisiert, teilweise resigniert, aber mit Sicherheit immer weniger Vertrauen in die Politik hat?
Wenn wir als Bürger nicht hinterfragen, was die da oben tun, dann wird es am Ende nur Verlierer geben. Bis auf die, die durch solche Projekte ihr Geld vermehrt haben, denen ist es egal, Hauptsache der Profit stimmt...
In risposta a Die Stadt hat sich doch di Lorenz Brugger
Mah? Ich war immer schon für
Mah? Ich war immer schon für ein Referendum in dieser Sache. Die Bozner Grünen haben dies auch gefordert.
An anderer Stelle hab ich den BürgerInnen-Haushalt für Bozen durchgebracht (nie umgesetzt), wieder anderswo für direkte Demokratie gekämpft. Mein Curriculum in Sachen Partizipation spricht für sich.
Bloß liegt jetzt der Ball bei den Stadtvätern - jenen, die diesen Passus im Gesetz gewollt haben. Darauf wollte ich verweisen.
In risposta a Mah? Ich war immer schon für di Brigitte Foppa
Alle Ehre den Einsatz der
Alle Ehre den Einsatz der Grünen für mehr direkte Demokratie (aber bitte dann kein Nase rümpfen bei Referenden wie in der Schweiz)! Nur müssen Sie Frau Foppa schon eingestehen, dass es als Oppositionpolitiker mehr als einfach ist solche Stellungnahmen zu schreiben. Ich verstehe ja, dass Sie (ihre Partei) vom Anfang an die Sache anders angegangen wären, aber lassen wir die Vergangenheit mal kurz ruhen, was würden Sie jetzt tun wenn sie Stadtmutter wären?
Stimme den Artikel zu,
Stimme den Artikel zu, überhaupt der Teil der die Interessen der Unternehmer in Betracht nimmt. Manche Gemeinderäte sollten sich in klaren werden, dass die Gestaltung der Stadt in Mitarbeit mit privaten Unternehmen nur funktioniert wenn sich daraus ein Win-win-Situation für beide Seiten ergibt. Ein Masterplan mit viel Grün und hauptsächlich öffentlichen Flächen ist im Interesse der Gemeinde, Kubatur und private Baufläche im Interesse der Unternehmer. Wenn man zu keinen Handel bereit ist, dann lässt man es lieber und holt sich das Geld für die eigenen Ideen (Luftschlösser?) durch Steuern beim Bürger. Das wollen die netten Politiker aber auch nicht, denn so werden sie ja nicht wiedergewählt. Das Resultat sehen wir nun in Bozen...
Wundervoller Beitrag: Salto
Wundervoller Beitrag: Salto braucht einen Architekturkritiker, wie Philippe Daverio in Rai3 oder Dusini im Wiener Falter: Brugger, übernehmen sie!
Es gab schon einmal ein
Es gab schon einmal ein „Erlebnishaus“ in Bozen - la „casa dei fiori“.
danke, auf solch eine
danke, auf solch eine ausführliche und fundierte analyse habe ich schon lange gewartet
Vielen Dank für die
Vielen Dank für die ausgezeichnete Analyse! Ich stimme der Kernaussage zu: wir Bürger („wir“ !!) müssen uns des Projekts annehmen, die Überlegungen dieser Analyse und andere Überlegungen weiterspinnen, gemeinsam mit Fachplanern, die ja auch Bürger sind, verschiedene Entwürfe entwickleln. Nicht am Anfang aber zum Schlusss kann auch mit einem Referendum über verschiedene Entwürfe abgestimmt werden.
Endlich ein Artikel, der sich
Endlich ein Artikel, der sich mit dem Thema sachlich auseinandersetzt. Nur so kann die Bevölkerung kompetent informiert werden und dann auch an der Diskussion teilnehmen. Bisher gab es nur Stellungnahmen für oder gegen den einen oder anderen Investor.
Zur Substanz hat sich kaum jemand zu Wort gemeldet (außer Arch. Mayr Fingerle, der dafür aber nur böse Kommentare geerntet hat).
Im Grunde sollte es nicht darum gehen, die architektonische Qualität des eines oder des anderen Vorprojektes zu beurteilen (in dieser kurzen Zeit kann, wie schon gesagt wurde, weder der eine noch der andere Projektant ein gutes Projekt erstellen), es sollten eigentlich zur Zeit nur folgende Dinge geklärt werden:
- weshalb dient der Masterplan für Bozen von 2010, der auf dem Strategischen Plan (Ideen für Bozen 2015) fußt und an dem sich sehr viele Bürger Bozens beteiligt hatten, nicht als Ausschreibungsgrundlage für einen Verbauungsvorschlag dieses Areals,
- warum will man das Haus vom Dach her bauen? Es gibt ein teuer bezahltes gutes Projekt für das neue Stadtviertel „Bahnhofsareal“. Da wäre es nur logisch, dass alle möglichen Investoren in dieses Projekt geleitet würden, um so das neue Mobilitätszentrum bauen zu können und den Busbahnhof von der heutigen Stelle dorthin zu verlegen, ohne unnötige Kosten für eine provisorische Verlegung einrechnen zu müssen. Kein Investor kann etwas schenken, irgendwie werden auch Versprechen wie unterirdische Verbindungen und weitere Infrastrukturen finanziell eingefordert, die dann schlussendlich die Bürger bezahlen müssen. In Zeiten des Sparens wohl nicht sehr logisch...
- weshalb wird die Grundforderung des Masterplans vergessen, welche die verschiedenen Stadtviertel stärken wollte und nicht wieder neue verkehrsfördernde Strukturen im Zentrum vorsah?
in seinem ersten Beitrag hatte es Lorenz Brugger bereits klar ausgesprochen: "Ob es nun ein Erlebnishaus oder ein Einkaufszentrum mit Hotel und Wohnungen ist: Beides sind Kommerztempel, die darauf abzielen, den Konsum zu steigern und das Einkaufsverhalten der Bevölkerung stark zu beeinflussen, die aber ganz gezielt öffentlichen Raum vernichten und den kleinteiligen Einzelhandel zerstören. Das lässt sich in allen großen europäischen Städten beobachten."
Es braucht fundierte Analysen wie städtebauliche Analysen, Verkehrsanalysen, Nutzungserhebungen, usw. um zu wissen, ob ein derartiges Projekt an dieser Stelle in Bozen oder auch an anderer Stelle geeignet wäre, nachhaltige Veränderung für die Stadt zu bringen. ...diese wurden bisher nicht geliefert, bzw. nicht berücksichtigt. Das kann nicht im Laufe von 60 Tagen oder ein paar Monaten geschehen, für gründliche, unabhängige Untersuchungen braucht es mehr Zeit.
außerdem finde ich als Bozner Bürgerin dieses bestehende Areal nicht so extrem heruntergekommen, dass es von heute auf morgen erneuert werden muss. Es wäre sinnvoll, auf dieses Viertel in einem zweiten Moment zurückgreifen zu können, wenn definitiv klar ist, welche Strukturen hier noch gebraucht werden, nachdem das neue Stadtviertel ARBO in Schwung kommt. Die Behauptung, Bozen sei eine verschlafene Stadt, in der sich nichts bewegt, ist nicht nachzuvollziehen. Große Veränderungen müssen sorgfältig hinterfragt und geplant werden und können nicht einem einzigen privaten Investor überlassen werden.
In diesem Sinne hoffe ich, dass nun die Debatte zur Stadterneuerung auf eine neue - kompetente - Diskussionsebene gehoben wird, welche für alle nützliche Erkenntnisse bringen möge.
Ich seh das ein kleines
Ich seh das ein kleines bisschen anders: das Milaneo liegt in einem zwar Innenstadt-nahen Lage aber in einem kompletten Neubaugebiet, das erst wachsen muss.. Es ist tatsächlich eher mittelfristig ausgerichtet, da die Betreiber sogar zugeben, dass die ersten Jahre nicht mit einem großen Gewinn zu rechnen sei. Erst wenn das neue Viertel weiter gewachsen ist wird sich das Milaneo, laut Betreiber, erst rentieren.
Das Gerber auf der anderen Seite ist deswegen vergleichbar, weil es tatsächlich innerstädtisch ist, ähnlich wie der Königsbau in der Königstraße. Die Größe, die Lage und die architektonische Qualität des Gerbers muss man stark in Frage stellen. Es liegt ca. 1 km von den Königsbau-Passagen entfernt. Dadurch wird der kleinteilige Einzelhandel flächenmäßig geschwächt. Das kann man aktuell bereits durch die Schließung renommierter Läden z.B am Marktplatz in Stuttgart beobachten. Die Größe ist gewaltig, ein kompletter Block wird zum Einkaufszentrum, innerstädtisch ist das eine ziemlich Prägung. Aber es stimmt, dass die hinführenden Teile aufgewertet wurden bzw. werden. Jedoch wären die wahrscheinlich auch ohne Gerber gekommen (etwa Tübinger Straße).