SALTO: Die endgültige Satirezeitschrift „Titanic“ ist tatsächlich gleich alt wie Sie. Wie junggeblieben sind sie beide?
Ella Carina Werner: Wir sind beide in unseren allerbesten Jahren: mittelalt, abgebrüht, welterfahren. Leider wurde ich nur nicht ganz so oft verklagt wie „Titanic“, genau genommen noch nie. Jetzt werden Titanic und ich miteinander steinalt.
Welchen Einfluss hatte die „Neue Frankfurter Schule“ auf Sie und Ihr Schreiben. Bzw. auf die Satirezeitschrift „Titanic“ heute?
„Titanic“ ist ohne die Vertreter der „Neuen Frankfurter Schule“ gar nicht zu denken, sie waren die Gründungsväter und ihr anarchischer Geist schwebt immer noch über dem Heft. Ich persönlich bin natürlich totales Fangirl von Robert Gernhardt, F.W. Bernstein oder Hans Traxler - aber zugleich auch froh, dass mich auch viele andere Komikstile beeinflusst haben – von US-amerikanischen Stand-up-Comedians, Sitcoms, Berliner Lesebühnenautor*innen bis hin zu feministischen Comics. Das ist gut, um Gernhardt & Co. auch nicht als Überväter anzuhimmeln, sondern sich da hier und da abzugrenzen, zum Beispiel beim Frauenbild, wie ich es ja auch in meinen Tiergedichten mache. Komik verändert sich nun mal, ist immer kontextgebunden, muss stets neu gedacht werden.
Was ich nicht mag, sind Provokationen um der Provokation willen...
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