Gastkommentar
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Eine klare Analyse, der kaum
Eine klare Analyse, der kaum etwas hinzuzufügen ist.
Wenn dem so ist, und ich
Wenn dem so ist, und ich bezweifle es nicht, sollte man ganz einfach auch Namen und Verantwortliche der Geber öffentlicher Gelder für so ein „Projekt“ nennen.
Brixen Classic hat ein
Brixen Classic hat ein Alleinstellungsmerkmal: 4 Wochen vor Beginn des „Events“ gibt es nicht einmal ein Programm mit klaren Inhalten und Werkangaben. Aber um Musik - wie man in der auf YouTube verfügbaren Pressekonferenz (wortwörtlich) nachhören kann - „geht es ja in erster Linie gar nicht.“ Es geht bei dem „Classic“-Potpourri also in erster Linie um Wein und Käse....
Ja, das dürfte stimmen, vor allem Letzteres.
Man kann es wenden und drehen
Man kann es wenden und drehen, man wird nicht schlau: In Salzburg wird Mozart gefeiert und in Pesaro lockt Rossini jedes Jahr viele Menschen an… sogar Mahler in Toblach birgt in sich Logik und Kohärenz, genauso Ludwig II beim Musical in Füssen, Elisabeth (Sissi) in Wien… aber bleiben wir lokal: Bach bis Bruckner passen sowieso zu „Musik und Kirche“ in Brixen, Dauergast Walter Steinmeier hört sowieso lieber die Lengmooser Tanzlmusig und die sommerlichen Freilichttheater locken mit nachhaltigem Erfolg. Aber Richard Wagner und noch dazu sein „Fliegender Holländer“ in Brixen – wie und was und wer und wo und wann??? Da fehlt mir gerade die gerade Linie und auch über Kurven und Verbiegungen krieg ich ihn nicht nach Brixen. Da muss zumindest irgendjemand ein großer Wagner-Fan sein und dessen Potential erkannt haben, Einheimische und Touristen zu mobilisieren. Vielleicht irgendein kunstsinniger Hotelier oder ein opernkundiger Winzer aus der Gegend oder gar der Brixner Bürgermeister. Oder doch nicht??? Nein, es muss doch ein Musikexperte aus Deutschland sein – einer aus der Gegend um Bayreuth, der von Natur aus mit dem Genius Wagner geschmückt ist. Aber Moment – so jemand wird und kann doch niemals ernsthaft auf die Idee kommen, in Brixen eine Oper von Wagner aufzuführen; oder höchstens den „Parsifal“ im Parzivalsaal des Vinzentinums… nein Scherz beiseite – allein der Gedanke eines Karfreitagszaubers dort lässt erschauern. Warum gerade einen „Fliegenden Holländer“ – wohl auch noch mit Sturm und Schiff und Meer, Tod und Erlösung in der Hofburg – um damit Brixner Sommergefühle mit Wein und Kulinarik heraufzubeschwören? Diese Kombination klingt ungelöster als Wagners Tristan-Akkord und müsste jeden Touristiker allarmglockenschrillenderweise einschüchtern. Aber oh Wunder: In der Schublade findet sich eine Fassung, eine für Brixen machbare Fassung, eine für Brixen geradezu grandios leuchtturmhafte Fassung, welche jede Stadt zu einem Klein-Bayreuth machen muss!!! Ab jetzt ist die Sache nur noch ein Spaziergang: Jetzt muss nur noch der Bürgermeisterkumpel zum Bürgermeister und der Ex-Landesrat zum Noch-Landesrat gehen, die Katze mit „Bayreuth-Stempele“ wird im Sack gekauft und schon hält Wagner einen Einzug in Brixen, wie in der viel „brixnerische“ Mozart bisher nur erträumen konnte; aber den Mozart, den hackt ja der Domchor ab, das machen jahraus jahrein die „Freiwilligen“ – Vergelt’s Gott! Wagner kommt aber schwerpunktmäßig mit finnischen Sänger*innen daher, das ist ein anderes Kaliber, das muss und darf kosten; dass diesem Wagner unterwegs der Chor abhandengekommen ist und das Orchester eine zumindest quantitative Notlösung sein dürfte macht nix… die „Brixner Fassung“ macht es möglich. Und jetzt kommt’s erst!!! Da öffnen sich neue Wege: Ich erwarte in Bälde die Brixner Fassung von Beethovens „Missa Solemnis“, wenn möglich von einem dreistimmigen Domchor aus Grönland und dann im Tschumpus die Brixner Fassung vom „Urfaust“, wenn möglich von einer urlaubsreifen Theatertruppe aus Uppsala. Die Brixner Kulturgespräche tragen endlich Früchte, zumindest die „Neustifter Fassung“ davon.
Brixen Classic ist in der Tat
Brixen Classic ist in der Tat ein haarsträubendes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte.
Dass es auch anders geht, zeigen die Kunstankäufe, welche die Gemeinde Brixen im Jahr 2020 getätigt hat: Südtiroler Künstlerinnen und Künstler waren eingeladen, ein Werk zum Verkauf anzubieten, und eine fachlich qualifizierte Jury hat dann 23 Werke aus rund 90 Einsendungen für den Ankauf ausgewählt. Die Werke sind für die Räume der Gemeinde bestimmt.