Exit à la Südtirol
Das angekündigte Landesgesetz zur Südtiroler Phase 2 sorgt für Stunk und Applaus. Regionenminister Boccia kommt nach Bozen, das Gesetz wohl vor das Verfassungsgericht.

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Andreas Mozzelin Mi., 29.04.2020 - 07:40

Ein Sonderweg, den die SVP ohne Weiteres schon seit Wochen hätte gehen können, wäre der der Informationsweitergabe. Ich kann nachlesen, wie und was Südkorea unternimmt, um die Ausbreitung zu kontrollieren, was Taiwan, was Südkorea, was Singapur, was China. Aber ich habe keine Quellen wie und mit welchen Ressourcen sich Südtirol oder Italien darauf vorbereiten. Der Informationsgehalt ist immer derselbe wie im Februar, als es hiess, wir sind bestens darauf vorbereitet.

Mi., 29.04.2020 - 07:40 Permalink
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Peter Gasser Mi., 29.04.2020 - 11:31

Antwort auf von Andreas Mozzelin

Interessant dazu:
" SPIEGEL: Debatten wie heute.
Snowden: Absolut, und es gibt weitere Beispiele. 1720 etwa erreichte ein Handelsschiff, beladen mit kostbaren Stoffen aus Smyrna und der Levante, das südfranzösische Marseille. Unterwegs waren bereits acht Seeleute, ein Passagier und der Schiffsarzt an der Pest gestorben. Trotzdem wurde auf Druck örtlicher Kaufleute die Quarantäne der Besatzung auf einer Insel vor der Stadt, die eigentlich 40 Tage hätte dauern müssen, auf 10 Tage verkürzt und die Ware nicht verbrannt. Als Folge starb mehr als die Hälfte der 100.000 Einwohner von Marseille an der Pest. Die verkürzte Quarantänezeit wurde damals verharmlosend „kleine Quarantäne“ genannt. Mich erinnert das ein wenig an Donald Trump, der von Covid-19 zunächst als „Erkältung“ und „Grippe“ gesprochen hat".
Und:
" SPIEGEL: Aber anders als die Folgen des Klimawandels lässt sich das Coronavirus nicht verdrängen ...
Snowden: Da haben Sie recht, vielleicht hilft es, dass wir von dieser Pandemie alle direkt betroffen sind. In der griechischen Tragödie waren die Helden lernfähig – aber meist nur durch schlimmes Leiden".
.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/pandemien-was-die-menschen-…

Mi., 29.04.2020 - 11:31 Permalink
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Georg Holzer Mi., 29.04.2020 - 09:51

einen Alleingang machen bei den Lockerungen, wirtschaftlich werden wir trotzdem von Italien abhängig sein. Der wichtigste Wirtschaftszweig in Südtirol ist anscheinend der Tourismus und da hängt direkt und indirekt fast jeder dran. Südtirol soll seine Geschäfte und Tourismusbetriebe öffnen ohne dass Rom das OK gibt. Wer sitzt wohl auf dem längeren Hebel?
Sind wir mal ehrlich und denken nach... Ausländische Gäste sind in den nächsten Monaten nicht zu erwarten und dann setzt man auf den italienischen Gast? Wenn Trentino Südtirol seinen eigenen Weg geht und sich mit Rom konfrontiert, wird Rom halt ein Gesetz verabschieden, dass Trentino Südtirol ein Risikogebiet ist oder man darf in Italien die Region doch nocht verlassen und kein italienischer Gast in den nächsten Monaten nach Südtirol einreisen darf... dann können wir unsere Geschäfte und Tourismusbetriebe wohl nur für uns Südtiroler und unsere Mitarbeiter öffnen, oder?

Mi., 29.04.2020 - 09:51 Permalink
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Christoph Wallnöfer Mi., 29.04.2020 - 21:13

Arno Kompatscher sagt: "Dann wird auch zu klären sein, inwieweit es verfassungsrechtlich legitim ist, dass Rom über Monate per Dekret Bereiche reglementieren kann, in denen Südtirol primäre Gesetzgebungsbefugnisse hat, wie etwa im Zivilschutz."
Jetzt da der Druck von Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr auszuhalten ist kommt dem Landeshauptmann plötzlich in den Sinn, dass da ja einige Sachen verfassungsrechtlich nicht in Ordnung sein könnten. Nach zwei Monaten?
Herr Landeshauptmann, lassen Sie doch endlich ALLE Dekrete von Conte und auch gleich die Ihren darauf prüfen, ob diese verfassungsrechtlich in Ordnung sind!

Mi., 29.04.2020 - 21:13 Permalink
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Schorsch Peter Do., 30.04.2020 - 16:47

Laufen hier gerade Politiker Gefahr, erneut den Kontakt zur Realiät zu verlieren („was ich nicht sehen will, sehe ich nicht“)?
Kleine Rückblende in den März:
https://www.suedtirolnews.it/wirtschaft/einstufung-als-risikogebiet-vol…
Wenige Tage später musste man plötzlich feststellen, dass das Virus wider Erwarten nicht an der Grenze stehengeblieben war, und sich unbemerkt in Südtirol schon recht gut ausbreiten konnte. Und innerhalb kürzester Zeit kamen die Krankenhäuser an ihre Grenzen.
Nun hat man es erfolgreich geschafft, die Ansteckungszahlen zu reduzieren (wohlgemerkt, nur zu reduzieren!), und scheint beschlossen zu haben, dass das Virus hier, da ja alle Masken tragen müssen (die aber bekanntermassen keinerlei Sicherheit bringen, sondern das Ansteckungsrisiko nur reduzieren), in der autonomen Provinz, kein Problem mehr ist.
Ich hätte auch gerne wieder, dass alles wie zuvor ist, dass wieder alle Arbeit haben, dass der Tourismus wieder starten kann, dass die Grenzen wieder aufgehen.
Aber ist das denn realistisch?
Das Virus ist noch da! Und niemand kennt es, d.h. man kann (und muss!) einige Massnahmen lockern, dann mindestens zwei Wochen warten, schauen wie sich das auf die Zahlen ausgewirkt hat, und danach entscheiden, was die nächsten Schritte sind. Aber langsam und schrittweise vorgehen!
Erinnert sich vielleicht noch jemand, wie schnell sich das Virus ausbreiten konnte?
Wenn man nicht aufpasst, wird es sich innerhalb kürzester Zeit wieder ausbreiten, die Ansteckungszahlen werden wieder exponentiell wachsen, und die Intensivbetten wieder eng.
Es liegen (Stand heute) immer noch 199+9 Erkrankte in südtiroler Krankenhäusern, es gibt immer noch jeden Tag Neuerkrankungen.
Man kann doch nicht bitte wieder zurückfallen in die Anfangsreaktion, und so tun, als ob nichts wäre??
Die Chancen stehen „gut“, dass diese Aktion der Politiker heftig nach hinten losgeht, und ich denke, das sollte vermieden werden, ich will nicht wieder einen kompletten lockdown!

Do., 30.04.2020 - 16:47 Permalink

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