Die Strategie "Energie Südtirol 2050" ist schon fast vergessen
Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind nicht bloß Dauerthemen für endlose, anscheinend fruchtlose Debatten auf höchster Ebene, den Weltklimakonferenzen, sondern auch Thema von Visionen, Manifesten und Strategien in und für Südtirol. Natürlich ist für den Klimaschutz ein globaler Ansatz erforderlich, weil das Klima nicht teilbar ist und es um die Gesamtheit der globalen Lebensgrundlagen geht. Doch lokales Handeln ist geboten, weil wir in Südtirol als massive Verursacher von Treibhausgasen und Verbraucher von fossiler Energie für den Klimawandel mitverantwortlich sind. Zu Recht hat ex-Umweltlandesrat Laimer deshalb 2011 in seinem "Manifest für Südtirol" zehn Grundsätze für eine neue Raumentwicklung verkündet, wo es heißt: "Nachhaltige Entwicklung ist als allgemeingültiges Handlungsprinzip umzusetzen. Dieses prägt das gesamte gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Handeln in Südtirol und der hier wohnenden Menschen." (www.klimaland.bz.it). Nachhaltigkeit wird nicht erst seit diesem Manifest munter in vielen Tagungsreden von Politikern und Verbandsexponenten beschworen, die am nächsten Tag zum wenig nachhaltigen politischen Tagesgeschäft übergehen. Wie lässt sich aus diesem zur Leerformel ausgelatschten Begriff ein vor Ort praxistaugliches Konzept machen? Welche messbare Kriterien sollten entwickelt werden, um eine Entwicklung als "nachhaltig" einstufen zu können? Sollte man nicht lieber zu handfesteren Begriffen des Umwelt-, Natur-, Landschafts-, Klima- und Bodenschutzes zurückkehren?
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Lukas Thanei Fr., 06.09.2013 - 10:44

Wenn wir die Temperatur beeinflussen könnten, was ich für absolut unrealistisch halte, dann würden sich in dieser Frage ganz schnell kapitalistische Grundprinzipen durchsetzen. Temperaturbedingte Verknappung von Lebensraum und Lebensmittel und daraus resultierender grenzenloser Reichtum für wenige. Business as usual

Fr., 06.09.2013 - 10:44 Permalink
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Michael Bockhorni Fr., 06.09.2013 - 12:44

Wir können die Erdtemperatur über die CO2 Emmissionen beeinflußen, nur wissen wir bisher nicht gesichert in welchem Ausmaß und mit welchen Folgen etc. Ob sich Sibirien über das Auftauen der Permafrostschicht wirklich freuen würde, bezweifle ich. Das Problem zu früheren Klimaveränderungen ist, erstens dass die Erde damals entweder nicht oder nicht so dicht besiedelt war und zweitens die Geschwindigkeit eine geringere war. D.h. die Anpassung für Flora und Fauna war leichter möglich und es standen für alle noch genug „Ausweichmöglichkeiten“ zur Verfügung. Gegen Klimaflüchtlingsströme sind die derzeitigen Wirtschaftsmigrationsbewegungen eine schwacher Vorgeschmack. Da nicht einmal innerhalb einer Gemeinde oder Region sich Einigkeit über ein ideales Wetter (für Bauern? für Tourismuswirtschaft?) herstellen liesse, brauchen wir uns nicht die Frage nach einem globalen Entscheidungsgremium stellen.

Fr., 06.09.2013 - 12:44 Permalink
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Michael Bockhorni Fr., 06.09.2013 - 15:17

es gibt durchaus differenziertere und seriösere abschätzung über die kapazität der landwirtschaft (die allerdings sehr stark von der ernährungsweise, d.h. fleischkonsum abhängt) bzw. der kapazitäten der CO2 - senken (wälder bzw. algen in den meeren). fein, dass du (wie ich) viel mit dem fahhrad fährst, wenn du die vollen kosten (treibstoff, reifen, reparaturen, wertverlust) mitrechnest und südtirolpass und vorteilscard nutzt kommt dich das auto auf ca. 85 € und der zug auf 25 €. und da sind die kosten der umweltbelastung durch ein bj 97 auto noch gar nicht eingerechnet.

Fr., 06.09.2013 - 15:17 Permalink
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Klaus Egger Sa., 07.09.2013 - 08:56

Lieber Thomas, treffend und punktgenau analysiert. Genau die gleichen Gedanken hatte ich auch, als ich mich schon vor Monaten mit diesem Dokument auseinander setzte. Und noch einen mehr: Wie kann es sein, dass wieder mal verdammt viel Geld in die Arbeit an einer Studie gesteckt wurde, welches dann anschließend links liegen gelassen wird? Es ist eine Frechheit sondergleichen hier Ziele/Wege/Möglichkeiten wissenschaftlich fundiert zu sammeln und sie dann nicht aktiv in die politische Arbeit einzubauen!

So, und jetzt Wahlkampf: Genau das ist der Stil der Mehrheitspartei. Geld ist ja genug da; machen wir ein paar Studien, zeigen wir, dass wir was tun und dann, wenn sich niemand mehr daran erinnert, versandet der Quatsch dann schon wieder. Und genau dieser politische Fehler steckt im System, nicht (nur) in den Köpfen und Personen.

P.S.: Ich habe mir übrigens auch einen Claim zum System ausgedacht. Nachdem die Freiheitlichen mit ihrem „System brechen“ wieder mal die Aggressionskeule rausholen, dachte ich mir ich halte dagegen mit „System befreien“;-)

Sa., 07.09.2013 - 08:56 Permalink

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