Energiewende
EU-Abgeordneter Herbert Dorfmann spricht über den Green Deal, das Verbrenner-Aus und erklärt wo er Südtirols Herausforderungen bei der Energiewende verortet.

SALTO: Herr Dorfmann, welche Chancen und Herausforderungen bringt der Green Deal speziell für Südtirol?

Herbert Dorfmann: Südtirol hat den Vorteil, bereits viel erneuerbare Energie zu produzieren, vor allem mit Wasserkraft. Unser Ziel sollte sein, den gesamten Energiebedarf selbst zu decken und die Energie auch im Land zu nutzen. Dafür brauchen wir mehr Speicherkapazitäten, insbesondere Pumpspeicherkraftwerke. Sie sind auch der Schlüssel, wenn es zukünftig darum geht, Solarstrom dann verfügbar zu machen, wenn er gebraucht wird. Auch überschüssiger Strom aus Photovoltaikanlagen kann in Pumpspeicherwerken gespeichert werden. Photovoltaik-Technologien dominieren derzeit den Diskurs, wenn es um Erneuerbare geht. Für unser Land bietet auch Agrivoltaik interessante Perspektiven, aber vieles ist noch unausgereift. Die Wasserkraft bleibt daher ein zentraler Baustein, zumal sie steuerbar und technologisch optimierbar ist. Zudem verursacht sie ökologisch betrachtet vergleichsweise wenig Eingriffe.

Eine zentrale Maßnahme des Green Deal ist das Verbrenner-Aus ab 2035. Ist dieses Datum realistisch?

Ich glaube, dass sich die Frage schneller erledigen wird, als viele denken. Elektroautos sind technisch ausgereift, günstiger im Betrieb und weniger störanfällig. Der Verbrenner verliert schlicht an Attraktivität. Der Markt wird den Wandel eher beschleunigen als ausbremsen. Auch der Wasserstoff im Pkw-Bereich wird sich aus Effizienzgründen nicht durchsetzen. Die Technologie braucht ein Vielfaches an Energie gegenüber batteriebetriebenen Fahrzeugen und ist wesentlich komplizierter. Wichtig ist, dass die europäische Autoindustrie jetzt aufholt, denn sie hat lange geglaubt, der Verbrenner bleibe noch Jahrzehnte die Leittechnologie.

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Salto User
Gustav Fr., 28.11.2025 - 07:48

Das ist genau das Problem: Herr Dorfmann spricht nur, aber tut nichts. Die einzige Ausnahme ist der Bauernbund: Er sollte eigentlich Südtirol vertreten, de facto vertritt er jedoch nur den Bauernbund. Von wichtigen Themen wie z.B. der Tatsache, dass die EU gerade dabei ist, alle privaten Nachrichten in der EU abzuhören, weiß er wahrscheinlich nichts, da es nicht den Bauernbund betrifft.

Fr., 28.11.2025 - 07:48 Permalink
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Peter Gasser Fr., 28.11.2025 - 08:11

Zitat: „Viele fühlen sich überfordert oder nicht ausreichend informiert...“:

das sehe ich anders: Information ist mehr da, als man täglich aufnehmen kann, und denken können wir alle!
Ich sehe das Problem der Bevölkerung mit der Politik andernorts:
Politiker sagen viel zu oft „wir wollen“, und viel zu selten, „wir werden“.
Und sagen Politiker einmal, „wir werden tun“, ... weichen sie es alsbald auf, klopfen es weich - und vergessen es alsbald wieder.

Hierin liegt meiner Ansicht nach das größte Problem.

Fr., 28.11.2025 - 08:11 Permalink
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Peter Gasser Fr., 28.11.2025 - 08:21

Lieber Autor David Orrú, Sie stellen fest: „Die Menschen sollen mitgenommen werden, andererseits wird den Gemeinden das Mitspracherecht genommen“:

Das klingt gut, ist aber leider falsch.
Da die Gemeinden qua Zuständigkeit und Gesetzgebung KEIN Mitspracherecht haben, kann den Gemeinden dieses auch nicht genommen werden (ist seit ‚Mals‘ allgemein bekannt.

Oben im Text steht von „informieren“ und „mitnehmen“, dann aber bitte richtig und nicht falsch.

Ich bitte höflich um Korrektur dieser Falschmeldung.

Fr., 28.11.2025 - 08:21 Permalink
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Konny Fr., 28.11.2025 - 09:25

Hallo Peter Gasser, ich staune, Sie können’s doch, -mit beiden Beinen auf den Boden stehen-, weiter so.

Fr., 28.11.2025 - 09:25 Permalink
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Josef Ruffa Fr., 28.11.2025 - 10:06

Wer ist „wir“?

Herr Dorfmann, die EU = alle Damen und Herren in Brüssel und somit auch Sie haben es gigantisch versemmelt!

Zurücktreten und verschwinden ist der einzig richtige Weg für diese unfähige überbezahlte Kaste.

Fr., 28.11.2025 - 10:06 Permalink
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Salto User
Milo Tschurtsch Fr., 28.11.2025 - 11:03

Antwort auf von Josef Ruffa

Die EU soll sich auf ihre Kernkaufgaben konzentrieren und sich nicht Kompetenzen anmaßen die ihr nicht zustehen und die vor Ort unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung besser gelöst werden können.
Mit einem Bürokratiemonster das mit ideologischen Vorgaben ( green deal, Verbrennerverbot......) operiert, das einen Wohlstandsverlust v.a. des Mittelstandes (wohlgemerkt nicht der upper class) mit sich bringt, kann sich der durchschnittliche mittelständische Bürger nicht identifizieren.
Aber mit der geplanten Aufnahme der Ukraine in die EU löst sich ohnehin allerhand von selbst........freilich nicht im Sinne der Institution.

Fr., 28.11.2025 - 11:03 Permalink
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Karl Gudauner Fr., 28.11.2025 - 18:42

EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann könnte dank der Kenntnis der europäischen Entwicklungen dabei helfen, auf lokaler Ebene konkrete Projekte anzustoßen, um das „Mitnehmen“ der Wirtschaftstreibenden und der Bevölkerung umzusetzen. Was die Zukunft der Autoindustrie angeht: Wir haben in Europa zu viele Autohäuser. Einige davon sollten ihre Tätigkeit auf Pumpspeicherwerke oder andere umweltrelevante Technologien ausdehnen oder ganz umstellen. Südtirols Zulieferbetriebe könnten mittelfristig auch entsprechende neue Marktsegmente bedienen.

Fr., 28.11.2025 - 18:42 Permalink
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Hans Punter Fr., 28.11.2025 - 18:43

In seiner Partei ist Dorfmann allemal einer der wenigen, denen man einen gewissen geistigen Horizont nicht absprechen kann.

Fr., 28.11.2025 - 18:43 Permalink
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Salto User
franz Sa., 29.11.2025 - 21:36

Interessante Leute da in der eu:liefern Sachen die niemand bestellt hat und wundern sich dass die Menschen sich nicht „mitnehmen“ lassen wollen.

Sa., 29.11.2025 - 21:36 Permalink
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Profil für Benutzer Thomas Benedikter
Thomas Benedikter Mi., 03.12.2025 - 09:48

Dorfmann scheint grundsätzlich mit der derzeit laufenden Rückabwicklung des EU-Green Deals nicht einverstanden zu sein. Dies geht schon los bei der erfolgten Aufweichung der EU-Klimaziele für 2040, bei der Verschiebung der Anti-Entwaldungsverordnung der EU, bei der Lockerung der CO2-Minderungspflichten in der Schifffahrt, bis hin zum drohenden Aus des Verbrenner-Aus 2035, das auch nach hinten verschoben wird. Da wäre halt interessant, Dorfmanns Abstimmungsverhalten im Parlament zu kennen. Am 26.11.2025 hat das EU-Parlament für die Verschiebung der Entwaldungsverordnung gestimmt, und zwar zusammen mit den Rechtspopulisten, vor welchen Dorfmann eifrig warnt. Wie wird er wohl beim Aus des Verbrenner-Aus stimmen, obwohl er in diesem Interview glasklar sieht, dass die Zukunft der E-Mobilität gehört und durch weitere Verzögerungen die europäischen Autobranche nur weiter an Konkurrenzfähigkeit verlieren wird. Ein Lackmustest für Dorfmann wäre effektiv die Entwaldungsverordnung, weil gerade auch die Bauernverbände diese wichtige Regelung in eigenem Interesse hintertreiben. Die gesamte Regelung ist höchst durchdacht und wäre in der jetzigen Fassung halbwegs wirksam, die Regelwaldzerstörung im globalen Süden (die auch der Futtermittelproduktion der europäischen Viehhalter dient) aufzuhalten. Mit den üblichen Sätzen von „kein Bürokratiemonster schaffen“ und die „Bauern mitnehmen“ wird das dann gerechtfertigt. Nehmen wir Dorfmann beim Wort und schauen auf sein Abstimmungsverhalten hin (einschließlich SALTO).

Mi., 03.12.2025 - 09:48 Permalink

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