Stadtwerke Meran
Nach der Kontroverse um den Hilferuf eines Angestellten der Stadtwerke Meran fordert die Grüne Stadtliste einen Blick hinter die Kulissen des Betriebs.

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Hängt bei den Stadtwerken Meran der Haussegen schief? Immer wieder schimmern Hinweise durch das silberne Gemäuer, die diesen Eindruck erwecken. Kürzlich flackerte dazu der mediale Hilferuf eines Angestellten in der Müllentsorgung auf, der auf illegale Müllentsorgung, Probleme in der Müllsammlung und auf die Distanz zwischen Führungsebene und den Arbeitern vor Ort hinwies. 

Die Grüne Stadtliste fordert Aufklärung über mögliche Unstimmigkeiten und interne Spannungen bei den Stadtwerken Meran. Die Fraktion stellt dafür eine schriftliche Anfrage an Bürgermeisterin Katharina Zeller und an den Präsidenten des Gemeinderates Renato Dalla Zuanna. Ziel sei es, die Situation innerhalb des Kommunalbetriebs zu beleuchten und mögliche Ursachen für Unzufriedenheit unter den Mitarbeitenden zu klären.

Illegale Müllentsorgung und mangelhafte Kommunikation

Strapaziert vom Ausmaß an Unzivilisiertheit vieler Bürger, die ihren Müll illegal entsorgen, ergriff ein Angestellter der Müllentsorgung das Wort und machte in der Tageszeitung Alto Adige vom 16. September auf die Missstände aufmerksam, mit denen sich die Müllabfuhr und Straßenreinigung täglich konfrontiert sieht. 

Überquellende Müllsäcke, achtlos abgestellte Kartons und verwahrloste Ecken im Stadtzentrum seien längst an der Tagesordnung, erklärte der Angestellte. Immer wieder müssten Zusatzrunden absolviert werden. Ratten, Exkremente und andere unhygienische Zustände gehörten mittlerweile zum Arbeitsalltag, und gefährdeten häufig auch die Gesundheit der Angestellten. 

Der Angestellte erklärt, er habe die Probleme, bereits mehrmals kommuniziert und auch Lösungsvorschläge unterbreitet, ohneallerdings auf Gehör zu stoßen. Die Führungsebene der Stadtwerke und die zuständige Stadträtin Antonella Costanzo wurden gebeten, jene die die Verhältnisse aus ihrer alltäglichen Arbeitspraxis kennen, nicht aus den Entscheidungsprozessen auszuschließen.

Patrik König: weist die erhobene Kritik zurück und beteuert, dass der Austausch zwischen Führungsebene und Angestellten in den Stadtwerken funktioniere. Foto: Patrik König

Aus der darauffolgenden Versammlung mit den Mitarbeitenden des Umweltdienstes ging eine Erklärung der Direktion und des Verwaltungsrats der Stadtwerke hervor – unterzeichnet vom Direktor der Stadtwerke Patrik König. Hauptaussage: Das Statement des Angestellten sei eine isolierte Meinung eines Einzelnen, die weder dem kollektiven Empfinden des Arbeitskollegiums noch der täglichen Realität zwischen Arbeitenden und Führungsebene entspreche. Um der Forderung, Stimmen aus der Praxis in Entscheidungsprozesse miteinzubeziehen, nachzukommen, bot Stadträtin Costanzo ein persönliches Treffen mit den betroffenen Mitarbeitern kurzfristig an, zu dem jedoch niemand erschien.

Provinz-Gewerkschaftsvertreter Artan Mullaymeri von der Gewerkschaft UIL kommentiert die Situation bei den Stadtwerken mit den Worten: „Man muss sich bestehenden Problemen stellen, ohne auszuweichen“.

Die Art und Weise, wie sich der Direktor und der Verwaltungsrat von ihren Mitarbeitern öffentlich distanziert haben, vermittelt eine unterschiedliche Sichtweise der Realität

 

Die Grünen üben in einer Pressemitteilung Kritik an der öffentlichen Haltung der Unternehmensführung: "Die Art und Weise, wie sich der Direktor und der Verwaltungsrat von ihren Mitarbeitern öffentlich distanziert haben, vermittelt eine unterschiedliche Sichtweise der Realität, was in diesem Kontext besorgniserregend ist."

Langfristig plädiert die Stadtliste für einen weniger hierarchisch organisierten öffentlichen Dienst, der nicht nur die Mitarbeitenden stärker einbindet, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger in die Gestaltung kommunaler Dienstleistungen einbezieht.

Viele Kündigungen in den letzten Jahren

Es mehre sich der Eindruck, dass es innerhalb des Betriebs ein „Unbehagen“ gebe, so Grünen-Fraktionssprecher Bruno Montali im Gespräch mit SALTO: "Wir wollen verstehen, was hinter diesen Signalen steckt, und haben deshalb eine Reihe von Fragen formuliert – etwa zur internen Organisation, zur Einbindung der Mitarbeitenden und zu den Gründen für zahlreiche Kündigungen in den letzten Jahren". Besonders auffällig sei, dass in den letzten drei Jahren viele Beschäftigte das Unternehmen verlassen hätten – nicht wegen Pensionierungen, sondern aus anderen Gründen. Darunter befänden sich auch viele langjährige Fachkräfte. „Natürlich können die Ursachen vielfältig sein, auch persönlicher Natur. Aber wir möchten genauer verstehen, ob es strukturelle Probleme gibt“, so Montali.

Die Anfrage zielt nicht auf sofortige Schlussfolgerungen ab, sondern soll zunächst ein genaueres Bild der Situation liefern. Besonders im Fokus steht der Bereich der Müllsammlung, der in der Vergangenheit immer wieder für Kritik gesorgt hat – etwa wegen illegaler Müllentsorgung oder Unzufriedenheit mit angebotenen Dienstleistungen.

Die schriftliche Anfrage der Grünen vom 19.09.25 enthält folgende Punkte:

  1. Wie viele Mitarbeitende arbeiten im Bereich der Müllentsorgung der Stadtwerke und wie viele in den anderen Dienstleistungsbereichen?
  2. Auf welche Weise sammelt und bewertet die Unternehmensleitung der Stadtwerke interne Rückmeldungen und Meldungen ihrer Mitarbeitenden?
  3. Wie viele interne Meldungen des operativen Personals der Stadtwerke zur Müllsammlung wurden in den letzten drei Jahren eingereicht, wie viele davon wurden berücksichtigt und umgesetzt? Und welche Anerkennungen wurden den Mitarbeitenden dafür zuteil?
  4. Gibt es ein jährliches unternehmensinternes Prämiensystem, das die beruflichen Leistungen und Verdienste einzelner Personen anerkennt? Welche Kriterien liegen diesem System zugrunde, wer bewertet die einzelnen Personen und entscheidet über die Höhe der jeweiligen Prämie? Gibt es ein System jährlicher Mitarbeitergespräche?
  5. Wie viele Personen haben die Stadtwerke in den letzten drei Jahren durch Kündigung verlassen, Pensionierungen ausgenommen? Bitte teilen Sie die Daten nach Jahr und nach Bereich auf: Müllentsorgung, Wasserversorgung, öffentliche Beleuchtung und Verwaltung.
  6. Wurde eine interne Befragung zur Mitarbeiterzufriedenheit bei den Stadtwerken durchgeführt? Wenn ja, wann, mit welchen Ergebnissen und welchen organisatorischen Konsequenzen? Und wenn nein, ist geplant, in naher Zukunft eine solche Befragung durchzuführen?
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Profil für Benutzer Herbert B.
Herbert B. Fr., 26.09.2025 - 16:12

Na gut, der Fisch stinkt vom.....

Frage, muß der Müll am Sonntag , z.b in der Max-Valier und Burggräfler aufgesammelt werden , um dies als Sonntags-Arbeit/Tarif den Bürgern zu berechnen ?!

Fr., 26.09.2025 - 16:12 Permalink
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Salto User
P.Stone Mo., 29.09.2025 - 11:07

Das Management der Meraner Stadtwerke im Hinblick auf die Sammelstellen ist eine KATASTROPHE und dem würde wohl jeder Bürger der Kurstadt zustimmen. In der Anfrage der Grünen wird sehr viel auf die weitere (ebenfalls nicht zu vernachlässigende) betriebsinterne Problematik des Verhältnisses zwischen Direktion und Arbeitnehmer eingegangen. Ich würde mich eher auf die bestehende Problematik der Hygiene konzentrieren und vielleicht mal die Lösungsvorschläge der eigenen Angestellten (welche leider tag täglich dieser Situation ausgesetzt sind) in Erwägung ziehen, oder jedenfalls schnellstmöglich den horrenden Ist-Zustand beheben! Zum Glück leben wir in einem Breitengrad, wo Saisonen existieren in denen gewissen Ungeziefer auf natürliche Art und Weise umkommen, andernfalls hätten wir schon längst eine Schaben-Plage in Meran! Lächerlich ist zudem das Statement des Direktors in dem man sich mal wieder versucht aus der unangenehmen Lage herauszuwinden ohne überhaupt auf das eigentliche HYGIENEPROBLEM einzugehen. Ich hoffe inständig, dass durch die neue Stadtverwaltung eine Verbesserung der Dienstleistungen der Meraner Stadtwerke einhergeht. Immerhin sollte diese der ÖFFENTLICHKEIT dienen. Vielleicht wirkt auch hier wieder mal nur die Tourismus-Karte...

Mo., 29.09.2025 - 11:07 Permalink

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