Migration und Schule bleiben wenige Wochen vor den Gemeinderatswahlen ein heikles Thema. Der SVP-Arbeitstisch diskutiert, ob Vorschulklassen für Kinder mit zu wenig Deutschkenntnissen eingeführt werden sollen. Währenddessen fordern zwei Initiativen aus dem Vinschgau und Pustertal mehr Ressourcen für die Schule und höhere Löhne für Lehrpersonen. Bildungslandesrat Philipp Achammer hat daraufhin angekündigt, den Kollektivvertrag neu aufzustellen.
„Oft haben wir das Gefühl, dass sich die Debatte nur um Brennpunktschulen in Städten dreht.“
Bernadette Eppacher, Grundschullehrerin in Sand in Taufers und Teil der Initiative im Pustertal „Bildung am Abgrund“, sagt: „In der Schule gibt es aktuell einigen Handlungsbedarf, nicht zuletzt im Umgang mit Kindern mit Migrationshintergrund, da spreche ich wohl für viele Lehrpersonen.“ Im Zusammenhang mit Migration bestehe das Hauptproblem in den fehlenden Sprachkenntnissen. Sie begrüßt deshalb eine Vorbereitungsphase für den Spracherwerb, wie derzeit von der SVP diskutiert. Zudem sei auch die Einbeziehung der Eltern entscheidend: „Vielen ist nicht klar, dass sie ihre Kinder begleiten und unterstützen müssen.“
Barbara Wopfner, Koordinatorin der Bezirksgemeinschaft Vinschgau für das SAI-Projekt (SAI – Servizio Accoglienza Integrazione), erklärt gegenüber SALTO: "Wir haben schon lange Migrantinnen und Migranten hier, aber die Anforderungen an die Schule häufen sich und werden komplexer. Denn viele Erwachsene haben noch keinen Zugang zur deutschen Sprache gefunden, teilweise sind sie auch in ihrer Muttersprache nicht alphabetisiert. Viele können weder lesen noch schreiben.„ Das erschwert nicht nur die Unterstützung der Kinder bei den Hausaufgaben, sondern auch die schriftliche und mündliche Kommunikation zwischen Schule und Eltern. “Dadurch entstehen Frust und Missverständnisse auf beiden Seiten", sagt Wopfner.
"Die Unterrichts-Sprache…
„Die Unterrichts-Sprache muss mit Ausnahme von einigen Wörtern verstanden werden.“
Die Kinder „unbekannten fehlenden Wörter sehr schnell deuten + auch merken!“