Interview
Die renommierte Hydrologin Carmen de Jong analysiert auf Einladung von Climate Action die geplanten Speicherbecken im Überetsch: Das Wasserproblem werde so nicht gelöst.

SALTO: Frau de Jong, wie beurteilen Sie die geplanten Speicherbecken für die Landwirtschaft im Überetsch?

Carmen de Jong: Ich denke nicht, dass es die Wasserproblematik lösen wird – weder kurzfristig noch langfristig. Die mit dem Klimawandel zusammenhängenden Dürren und die Wasserknappheit kann man nicht lösen, indem man Speicherbecken in die Landschaft setzt, ohne zu garantieren, dass sie überhaupt gefüllt werden können. 

„Wenn man sich vernünftig an den Klimawandel anpassen würde, würde man den Wasserkonsum reduzieren.“

Laut dem in Kaltern zuständigen Gemeindereferenten Stefan Vorhauser sollen die Speicherbecken bei Starkregen über Bäche gefüllt werden.

Nehmen wir das Beispiel Rastenbachklamm, wo der Bach nicht einmal ganzjährig fließt. Das ist ein großes Risiko, wenn man die zwei Speicherbecken im Altenburgerwald mit diesem einen kleinen Rinnsal füllen möchte. Deshalb ist das Risiko groß, dass die Konzession nicht ausreicht, und das darunter liegende Biotop in der Rastenbachklamm austrocknet. Das Biotop ist einzigartig in seiner Lage, denn es hängt unmittelbar vom Bachabfluss und der hohen Luftfeuchte in der Klamm ab. Auch touristisch ist es ein Highlight von Kaltern. 

Vorhauser will die Speicherbecken möglicherweise auch mit einem Teil des Weißwassers von Kaltern füllen, das sind insgesamt 500.000 Kubikmeter im Jahr.

Wenn ein Einzugsgebiet von zehn Quadratkilometern nicht ausreicht, um zwei Speicherbecken zu füllen, wie kann dann ein Auffangbecken mit einer Fläche von wenigen tausend Quadratmetern Weißwasser aus dem Dorf reichen? Das mag bei Starkregenereignissen funktionieren, aber es stellt keine Garantie dar. Jeder Hydrologe weiß, dass das nicht ausreichen kann. 

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Salto User
Josef Fulterer Fr., 24.05.2024 - 06:06

Die Frau de Jong schätzt die Problematik mit den geplanten Speicherbecken richtig ein.
Das Überetsch hat im Hintergrund keine der seit 60 Jahren auch Substanz-verlierenden Gletscher.
Das in den Speicherbecken aufgefangene Wasser, wird bei den häufiger auftretenden Trocken-Perioden im Kalterer See fehlen ...
... das in den Becken gespeicherte Wasser, wird sich mit der Luft darüber, viel rascher erwärmen als den Waldboden ...
... die wärmere Luft nimmt Wasserdampf auf, der im Klima-Schirm bis zu 3 X so wirksam ist wie das gefürchtete CO2.
Schließlich würde auch der Bau mit den fossilen Treibstoff-fressenden schweren Maschinen, Unmengen von CO2 + Stickoxyden freisetzen + noch mehr der Bau der unterirdischen Becken, die große Mengen des sehr UMWELT-schädlichen BETONs erfordern + damit die Klima-Krise noch mehr befeuern.

Fr., 24.05.2024 - 06:06 Permalink
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Günther Stocker Fr., 24.05.2024 - 07:52

Die Landwirtschaft muss wieder weg von den ausgedehnten Monokulturen - weg vom Apfel und der Weinrebe!
Das ist gegen die Natur, und das geht nie lange Zeit gut.

Fr., 24.05.2024 - 07:52 Permalink
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Peter Gasser Fr., 24.05.2024 - 08:09

Antwort auf von Günther Stocker

Zitat: „Die Landwirtschaft muss wieder weg von den ausgedehnten Monokulturen - weg vom Apfel und der Weinrebe!“:

gilt das auch für z.B. Getreide, Reis, Mais, Kaffee, Bananen, Orangen, Palmöl, Fichten - weg von ausgedehnten Monokulturen?

Wir Konsumenten kaufen nichts mehr ein, was in Monokulturen erzeugt worden ist?

Fr., 24.05.2024 - 08:09 Permalink
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Dominikus Ande… Fr., 24.05.2024 - 11:30

Das ist halt einmal so; da kann man nichts machen ... und inzwischen ist es auch schon egal. Die Erde braucht den Menschen ja sowieso nicht und bei all den Exoplaneten brauchen wir auch die Erde nicht. Sei’s drum.

Fr., 24.05.2024 - 11:30 Permalink
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Factum Est Fr., 24.05.2024 - 12:11

Wieso nicht den Kalterer See auf das Maximum füllen? Danach muss das Wasser halt wieder hochgepumpt werden. Sollte für die Bauern kein Problem sein.

Fr., 24.05.2024 - 12:11 Permalink
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Helmuth Kompatscher So., 26.05.2024 - 04:32

Hr. Gasser, Monokultur hin oder her betreffend Äpfel und Reben.
Südtirol ist klein mit begrenztem Anbau für Äpfel, aber mit Möglichkeit diesen Grund sinnvoller zu nützen.
Ich begreife nicht, warum Südtirol für die Welt Äpfel produzieren muss, die so subventioniert sind, wie nirgends auf der Welt. (Bis vor etwa 10/15 Jahren hat man nur für Europa produziert aber heutzutage für 75 Nationen???)

So., 26.05.2024 - 04:32 Permalink
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Profil für Benutzer Helmuth Kompatscher
Helmuth Kompatscher Di., 28.05.2024 - 12:08

Den Grund im südtiroler unterland sinnvoller nutzen als mit Äpfelbäumen, die uns Südtirolern nur Geld kosten (enormer Wasserverbrauch, Arbeitskräfte aus der ganzen Welt, die zum Arbeiten hier sein sollten, aber alle anderen Probleme mitbringen, die dann auch wieder die Allgemeinheit lösen soll) könnte man, indem mehr Baugrund, somit Bauten mit Wohnungen anbietet, denn wie jedermann weiss: der Preis regelt sich nach Angebot...
Da würde es viel weniger Steuermillionen brauchen und für den Frieden im Land wäre auch viel getan!

Di., 28.05.2024 - 12:08 Permalink
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Salto User
Josef Fulterer Sa., 01.06.2024 - 07:49

Wenn die Landesregierung mit dem Ausstatten der Landesräte mit zuviel Geld aufhören würde, um die Landschaft zu zerstören + die Bürger zu ärgern, würde „die Wirtschaft gar nicht auf den Gedanken kommen, derartige Landschaft-störende + wirtschaftlich unsinnige Vorhaben zu überlegen!“

Sa., 01.06.2024 - 07:49 Permalink

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