Interview
Ein nüchterner Blick auf die Gemengelage: Russland-Experte Gerhard Mangott über den Ukraine-Konflikt, die Zukunft der NATO und Europas Verteidigungsstrategie.

SALTO: Herr Mangott, wie beurteilen Sie den Ablauf der kürzlich erfolgten Wahlen in Russland?

Gerhard Mangott: Die Wahlen waren zweifellos nicht frei, nicht fair, nicht demokratisch. Sowohl die Wahlbeteiligung als auch die Zustimmung für Wladimir Putin ist in dieser Höhe sicherlich nicht ernst zu nehmen. Es wäre aber falsch im Umkehrschluss zu sagen, dass Putin bei freien Wahlen verloren hätte. Putin hat noch immer den Rückhalt der Mehrheit der russischen Bevölkerung. 

Oppositionspolitiker wurden unterdrückt bzw. umgebracht...

Es saß nicht nur Alexej Nawalny (prominenter russischer Oppositioneller, Anmerkung d. R.) in Haft, es sind auch noch viele andere Oppositionspolitiker in Haft oder sie sind im westlichen Ausland, weil sie aus Angst um ihre physische Sicherheit ins Exil geflohen sind. Das heißt, es gab gar nicht so viele mögliche Präsidentschaftskandidaten, aber zwei die Kriegsgegner sind und vielleicht zehn oder zwölf Prozent hätten erreichen können, Boris Nadeschdin und Yekaterina Duntsova. Sie wurden aber nicht zugelassen, so war schon das Kandidatenfeld manipuliert.

„Trump und die Trump-Republikaner argumentieren, dass die USA der Ukraine schon genug geholfen hätten.“

Ist der Krieg in der Ukraine inzwischen zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Demokraten und Autokraten geworden?

Das kommuniziert die westliche Politik gerne so. Aber es findet kein globaler Wettstreit zwischen Autokratien und Demokratien statt. Demokratien arbeiten sehr wohl mit Autokratien zusammen, wenn es den eigenen geopolitischen Interessen nützt. Ansonsten dürfte der Westen nicht mit Saudi-Arabien, Katar oder den Vereinigen Arabischen Emiraten und vielleicht nicht einmal mit Indien zusammenarbeiten. Es ist letztlich eine Frage der geopolitischen Interessen.

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Ceterum Censeo Mi., 20.03.2024 - 16:27

Antwort auf von paula21

Wenn die Gespräche nur dazu dienen, dem Verbrecherregime seine Kriegsbeute zu sichern, bedeuten sie Komplizenschaft mit dem Diktator, es hieße, Massaker gutheißen, systematische Vergewaltigung, Zerstörung von zivilen Zielen, Wahlbetrug ... wer Sehnsucht hat nach Ditkatur, kann gern nach Russland auswandern oder in den Donbas.

Mi., 20.03.2024 - 16:27 Permalink
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Thomas Unterwinkler Mi., 20.03.2024 - 19:57

Antwort auf von paula21

Hier können Sie die „Bedingungen“ für Verhandlungen von Dmitri Medwedew, dem ehemaligen russischen Präsidenten und Ministerpräsidenten, derzeit stellvertretender Leiter des russischen Sicherheitsrats und Vorsitzender der Putin-Partei Einiges Russland, formuliert am 14. März 2024, nachlesen:
https://x.com/medvedevrussiae/status/1768307656140169309?s=61&t=01E9UQO…
Zusammengefasst:
- bedingungslose Kapitulation der Ukraine;
- Selbstauflösung der Ukraine, Ende aller ihrer politischen Institutionen, Eingliederung in die Russische Föderation;
- Reparationszahlungen der ehem. Ukraine an die Russische Föderation.
Noch Fragen?

Mi., 20.03.2024 - 19:57 Permalink
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Peter Gasser Do., 21.03.2024 - 07:15

Antwort auf von paula21

Alle reden von Frieden, alle wollen Frieden, nur 1er nicht:
Putin, der Tyrann, der Verbrecher, Vergewaltiger, Mörder.
Der Kriegsverbrecher und Kriegstreiber.
.
Sie müssten jetzt noch darlegen, was Sie unter „Frieden“ verstehen:
Frieden für Russland, Frieden für sich, oder auch Frieden für die Ukrainer?
.
Frieden ohne Freiheit ist Sklaverei.

Do., 21.03.2024 - 07:15 Permalink
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nobody Mi., 20.03.2024 - 20:24

Nehme an, dass der Papst besser informiert ist, als viele von uns. So groß war der Aufschrei unter den Spitzenpolitikern nicht. Die USA lassen die Ukraine schrittweise hängen (was zu erwarten war) und die Siegeschancen für die Ukraine schwinden Tag für Tag.

Mi., 20.03.2024 - 20:24 Permalink
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Peter Gasser Do., 21.03.2024 - 07:14

Antwort auf von nobody

Zitat: „Die USA lassen die Ukraine schrittweise hängen (was zu erwarten war)“:

(1) das ist nach derzeitiger Informationslage nicht richtig;
(2) Trump und den Republikanern geht es zur Zeit nicht um die Ukraine, sondern ausschließlich um Innenpolitik, wie dem Scholzomat, der an der Nadel von Mützenich und Wegener hängt, auch... übel, diese egoistische Innenpolitik, die Außenpolitik vorgibt zu machen, aber Partner im Stich lässt...

Do., 21.03.2024 - 07:14 Permalink
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Peter Gasser Do., 21.03.2024 - 07:30

Zitat: „Macht es noch Sinn, dass die USA und Europa die Ukraine unterstützen?“:

Allein die Frage ruft bei mir Entsetzen und Betroffenheit hervor:

(1) Wenn ich an die Ukrainer denke, an Butscha, an die besetzten Gebiete, aber auch an unsere eigen Zukunft, dann erscheint mir diese Frage obsolet: es gibt schlicht keine Alternative.

(2) Wenn ich an meinen gewohnten Wohlstand ohne Militär, meine abendliche Ruhe am Sofa und nur bis übermorgen denke: mag Russland doch die Ukraine vernichten, die Ukrainer vergewaltigen, foltern, morden, umerziehen, deportieren, assimilieren, was kümmert es mich...? Anschließend darf er dies auch mit Balten, Polen, Finnen, Rumänen, Kasachen machen, ist ja alles weit weg, was kümmern mich all die Fremden, all das Elend jenseits meines warmen Sofas -
aber dieses appeasement zeigt, dass „er“ schon einmal nach Polen nach Paris kam...

Do., 21.03.2024 - 07:30 Permalink
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Evelin Grenier Do., 21.03.2024 - 11:29

Die Unterstützung des Westens für die Ukraine hatte von Anfang an den einzigen Zweck, den russischen Vormarsch zu bremsen und den Zusammenbruch der Ukraine zu verhindern. Das Ziel war nie der Sieg der Ukraine oder die Niederlage Russlands.

Was die US-Wahlen betrifft, wäre es für Russland sicher nicht schlecht, wenn Biden an der Macht bliebe, da seine Politik vorhersehbar und daher leicht manövrierbar ist.

Do., 21.03.2024 - 11:29 Permalink
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Arne Saknussemm So., 24.03.2024 - 01:31

Krieg in Europa ist mittlerweile unausweichlich. Er findet hier den besten Nährboden : Unfähige Regierungen und ein gespaltenes, unzufriedenes Volk.
Es ist nur eine Frage der Zeit.

So., 24.03.2024 - 01:31 Permalink
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Salto User
Josef Fulterer So., 24.03.2024 - 22:05

Die feinen Herren, aber auch die Damen, die kriegerische Auseinnandersetzungen anordnen, sich die eigenen Hände aber nie blutig machen, auch Jene die Befehle dazu weitergeben + Alle, die an der Front Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen, sollten samt der perfiden Rüstungsindustrie von einem unabhängigen Gericht, möglichst -z e i t n a h- zur Verantwortung gezogen + angemessen bestraft werden.

So., 24.03.2024 - 22:05 Permalink

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