Schule
Die Deutsche Bildungsdirektion macht die Schule immer mehr zur kommerziellen Werbeveranstaltung. Jetzt soll der Raiffeisenverband auf die Schüler losgelassen werden.

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Christoph Moar Di., 22.02.2022 - 12:23

Das hier scheint Grund- und Mittelschüler anzusprechen, ob da viel Inhalte zusammenkommen weiß ich nicht. Aber Bildung im Finanz- und Steuerwesen fände ich für Schulabgänger und/oder Abiturienten extrem wichtig - in kenne auch Staaten, wo dies Teil des Lehrplanes ist.

Di., 22.02.2022 - 12:23 Permalink
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Profil für Benutzer H. G.
H. G. Di., 22.02.2022 - 12:54

Finanzwissen und Wien mit Geld wirtschaften finde ich für die Jugend extrem wichtig. Endlich jemand der die Schüler in Finanzangelegenheiten aufklären will.

Di., 22.02.2022 - 12:54 Permalink
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Toni Schgaguler Mi., 23.02.2022 - 08:01

Auch finanzielle Bildung ist gut und wichtig. Sich dabei aber auf nur eine Bankengruppe zu stützen, finde ich bedenklich. Vielmehr könnte die Bildungsdirektion z. B. mit der EURAC dieses Thema angehen und von dieser, als von Banken unabhängigem Institut den Schülern vermittelt werden.

Mi., 23.02.2022 - 08:01 Permalink
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Marvin J. Mi., 23.02.2022 - 11:02

Antwort auf von Toni Schgaguler

Ich bin ganz bei Ihnen. Somit bleibt am Ende als fader Beigeschmack nur die Kundenakquise übrig. Nichts anderes ist das. Die ganz Kleinen und Kleinen sollen möglichst früh im System Raiffeisen sozialisiert werden (Stichwort Priming). Es handelt sich also mehr um Marketing als um sonst was.

Ich würde mir wünschen, dass der Raiffeisenverband den Kindern in diesem Alter weniger Finanzbildung beibringt (Jugendliche an den Ober- bzw. Berufsschulen wären der bessere Adressat), als viel mehr jene Werte, für welche er eigentlich selber stehen sollte: das genossenschaftliche Wesen und seine Prinzipien. Allerdings, und das muss ich leider dazu sagen, bin ich mir nicht sicher, ob der Verband überhaupt die richtige Instanz dafür ist. Denn abgesehen von schönen Plakaten und griffigen Sprüchen ist wenig übrig vom genossenschaftlichen Denken. Zu sehr wurden etwa die Raiffeisenkasse (auch unter Mithilfe einiger Raiffeisenkassen selber) unter anderem auf Profitmaximierung getrimmt (meine Kritik zielt auf denn Zusatz Maximierung ab, denn Gewinn muss auch eine Genossenschaftsbank machen, da sie sonst keine Möglichkeit zum Aufbau von Eigenmitteln hat und somit auch nicht wachsen könnte) und zu sehr haben vielerorts Betriebsführungen die Regie übernommen, die mehr um Selbstdarstellung bemüht sind (neue Rekordgewinnen und „tolle“ Vortragsformate) als um die tatsächliche Ausgestaltung des Spielraumes, welchen ihnen das Genossenschaftswesen als System bieten würde. Leider bleibt dabei der genossenschaftlichen Gedanken der Hilfe zur Selbsthilfe, der Hilfe vor Ort und „Gemeinsam sind wir stärker“ auf der Strecke. Zu oft ist der Kunde mit dem kleinen Geldbeutel Steigbügelhalter für „schmattigere“ Kunden, denen hofiert wird wo immer möglich, dabei sollte es, wenn schon, doch eigentlich eher umgekehrt sein. Aber naja, was solls, mit etwas Marketing und ein paar schönen Ansprachen lässt sich das praktisch immer gut kaschieren und der gemeine Genossenschafter erwartet sich ja auch nicht viel mehr als eine gute Marende zur Vollversammlung (*Ironie*).

Dennoch:
Es ist nicht alles schlecht im Raiffeisen Genossenschaftswesen, so gibt es immer noch einzelne Banken und Direktoren, die sich auch tatsächlich auf die ureigensten Werte besinnen. Raiffeisenkassen sind außerdem immer noch ein wichtiger Arbeitgeber. Während andere Banken zentralisieren und rationalisieren, wird in den allermeisten Raiffeisenkassen versucht, so viele Dienstleistungen wie möglich vor Ort zu erbringen und dafür werden nun mal Mitarbeiter benötigt. Zumindest in dieser Hinsicht wird das System seinem sozialen Auftrag gerecht. Ob das so bleibt, sei dahingestellt - Stichwort Kostenkontrolle und -effizienz.
Dennoch sind das am Ende nur wenige Lichtblicke für ein System, das ansonsten vergessen hat, welches seine Wurzeln und seine gesellschaftlichen Verpflichtungen sind.

Leider lässt sich diese Verwässerung der Prinzipien des Genossenschaftswesens auch vielerorts (ausdrücklich nicht überall) außerhalb des Raiffeisensystems beobachten und ich habe wenig Hoffnung, dass sich dort das Ruder ohne weiteres nochmals herumreißen lässt. Zu sehr sind Seilschaften und Akteure mit zweifelhaften Ansichten und Ansprüchen tief in das System eingedrungen und sind zudem oft schlicht davon überzeugt, dass mit dem „selbst“ im Leitspruch „Hilfe zur Selbsthilfe“ vor allem eben sie selbst gemeint sind.

Mein Kommentar ist im übrigen nur eine kurze und oberflächliche Bestandsaufnahme bzw. Kritik, vieles ließe sich ohne weiteres noch einmal deutlich vertiefen.

Mi., 23.02.2022 - 11:02 Permalink
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Profil für Benutzer Martin Sitzmann
Martin Sitzmann Mi., 23.02.2022 - 12:20

Bevor sich hier alle zu sehr künstlich aufregen:
Sponsoring und Zusammenarbeit mit Partnern aus der Privatwirtschaft hat es in der Schule immer schon gegeben. Und das ist in der Schulautonomie auch explizit vorgesehen.
Ehrlicherweise muss man auch einmal anerkennen, dass die Banken im Lauf der Jahre (lokal sicher unterschiedlich intensiv) einiges an Geld und Sachspenden geleistet haben: Musikinstrumente, jährliche Geldbeiträge für Schulprojekte, Sachpreise beim Malwettbewerb, usw.
Wesen des Sponsorings ist natürlich, dass beide Seiten etwas davon haben, sonst wäre es ein rein idealistisches Mäzenentum... Natürlich erwartet sich der Partner aus der Privatwirtschaft einen Gegenwert in Form von Werbung und Sichtbarkeit. Tun wir doch bitte nicht so, als ob die Schüler*innen nur in diesen Fällen mit einer (unlauteren?) Werbung konfrontiert wären. Da sehe ich die Sondersituation Südtirols in Bezug auf den katholischen Religionsunterricht mindestens ebenso kritisch. Das ist im Grunde auch Werbung für einen außerschulischen Bereich, was für einen laizistischen Staat zumindest diskutabel ist. Im heiligen Land (Süd-)Tirol ist es sogar umgekehrt wie im Rest Italiens: Hierzulande muss man sich aktiv vom Religionsunterricht abmelden, im Rest Italiens hingegen aktiv dazu anmelden. Aber ich schweife ab.
In Bezug auf die vorliegende Initiative bleibt es im Rahmen der Lehrfreiheit jeder Lehrperson überlassen, ob sie einen Nettonutzen darin sieht (böse Werbung versus nützliches Grundlagenwissen).
Idealer wäre es allerdings wohl gewesen, wenn sich die lokalen Banken zusammengetan hätten und mit der Bildungsdirektion gemeinsam etwas ausgearbeitet hätten. Dann wären alle Logos gemeinsam mittels „Priming“ in die jungen Köpfe geflossen. Aber für Puristen wäre das sicher auch schlimm gewesen...
Das Priming, das im Freizeitbereich stattfindet (Soziale Netzwerke, Internetbestellungen, usw.), ist ungleich massiver und eindrücklicher.

Mi., 23.02.2022 - 12:20 Permalink

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