Flüchtlinge
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Schade dass es solche Artikel
Schade dass es solche Artikel über diese Perle (meinen Geburtsort) geben muss. Ich zähle mich persönlich nicht zu den Befürwortern solcher Schreiben und ja, der Verfasser darf sich leider nicht verallgemeinernd auf alle („die Tisner Bürger“) beziehen. Das stimmt so nicht.
Bedenken kann und darf es geben, aber das ist sicher kein Grund Menschen die vor Krieg und Hunger flüchten von vornherein die Nase vor der Türe zuzuschlagen.
Schnell wird dabei vergessen, dass der eigene Unmut eigentlich auf anderem gründet: die Leute sind von Bürokratie, gefühlter (oder echter) Ungerechtigkeit, Vettern- und Misswirtschaft und dis-funktionaler Executive überfordert. Diesbezüglich muss ich auch manchmal tief durchatmen, aber leider führt es oft und bei vielen dazu, dass man sich den falschen Sündenbock sucht. Die Diebstähle hier in der Gegend sind sicher professioneller Natur, das hat aber mit Kriegs- und Wirtschaftsflüchtigen aus dem Nahen Osten und Afrika (noch) nichts zu tun. Um Flüchtlinge in Zukunft erfolgreich zu integrieren, bräuchte es allem voran schnellere Verfahren um diese Menschen in geregelte Arbeitsverhältnisse zu bringen, was bei den heutigen Zuständen noch ein schwieriges Thema ist. Nur dann kann die Integration für alle einen normaler Lauf annehmen, sodass (a) möglichst keiner auf die schiefe Bahn kommt und (b) bei der eigenen Bevölkerung kein Neid aufkommt (siehe Ohnmacht oben, das ergibt dann das Rezept für „wir werden gemolken, die anderen bekommen alles geschenkt“).
Wenn wir ehrlich sind diese und andere Ursachen aber auch weit über das Dorf hinaus verbreitet. Mancherorts weniger, mancherorts mehr, in der Summe aber im ganzen Land Südtirol, in Italien, in Europa. Und alle sollten es aufgrund Ihrer eigenen Geschichte eigentlich besser wissen, nennen wir sie mal in umgekehrter Reihenfolge: ganz Europa, Italien, Südtirol und auch die kleine Fraktion Prissian in Tisens.
Problematisch ist an der Sache im Moment, dass in genau dieser Reihenfolge von oben nach unten die Verantwortung abgeschoben wird. Scheinbar ist auch die Politik von der Komplexität unserer Zeit überfordert. Auch scheint Sie vergessen zu haben, wer und was eigentlich die Legislative ist, die die Grundlagen für jede Art von Zusammenleben schaffen sollte.
Man hätte vonseiten der
Man hätte vonseiten der Landesregierung schon ein wenig mehr Taktgefühl erwartet. Die Flüchtlinge müssen ja auch essen, trinken und sich kleiden, die Dorfgemeinschaft hat ja auch was davon wenn die dazu nötigen Geschäfte im Dorf genutzt werden, auch im Winter wenn es keine Touristen gibt.
Mir ist verständlich, dass
Mir ist verständlich, dass sich einige Leute Sorgen machen. Neues und Unbekanntes ist meistens mit Ängsten verbunden. Diese Ängste und Sorgen dürfen aber nicht verstärkt und instrumentalisiert werden, was jetzt anscheinend passiert. Es ist zwar nichts Neues, dass Gemeinden sich wehren, wenn sie etwas übernehmen sollten: z. B. Müll, Psychisch Kranke, u. a. m. Wenn ich mich richtig erinnere, hat Prissian/Tisens - sind ja nur einen Km auseinander - schon einmal eine Reha für Psychisch-Kranke abgelehnt. Dafür kam dann aber die Herz-Reha.
Meines Wissens wird die vorgesehene Struktur von der Caritas geführt. Die wird sicher mit der Pfarrei und den Dorfvereinen zusammenarbeiten. Leute, die gerne für die Mission in Afrika gespendet und dann sich über Fotos von den netten „Negerlein“ gefreut haben, können jetzt sich über die inzwischen Erwachsenen Afrikaner freuen, vor denen kein Kindergarten-Kind und auch nicht die Tanten und Mütter Angst haben müssen.
Also bin ich zuversichtlich, dass die Prissianer/Tisner das schon meistern werden. Die Prissianer haben ja eine bestimmte Übung darin: zuerst das Nobelhotel Tirolensis, das dann doch nicht die Erwartungen erfüllt hat und jetzt ein Residenzhotel ist. Dann die Pleite des Parkhotels, das dann das Land angekauft hat. Aber auch Reha-Patienten wollte ihnen anfangs nicht schmecken bis sie gewahrten, dass auch das bezahlenden Gäste sind. Dann wurde auch das Rehazentrum Salus integriert. Nach anfänglicher Skepsis, werden sie auch die Flüchtlinge - die neuen Gäste des Parkhotels - integrieren und sich über die Buntheit freuen. Der Ladenbetreiber wird sehen, dass auch die Neuen Zigaretten u. a. kaufen werden. Und die Urlaubsgäste kennen die internationale Buntheit einerseits von Zuhause und von Massen-Tourismus-Orten am Meer.
Die Gastwirte können sich auch ein Beispiel von den sizilianische Touristenorte Lampedusa und Pozzallo nehmen, wo die meisten Flüchtlinge ankommen, der Tourismus fast zum Erliegen gekommen ist, und sie trotzdem nicht über die Flüchtlinge klagen und weiterhin gastfreundlich bleiben. Ein Beispiel kann sich auch der Bürgermeister von seinem Meraner Kollegen nehmen, der die „neuen Gäste“ willkommen heißt. Sicher ist es in der Stadt leichter.
Prissianer/Tisner denkt daran, diese meist jungen Männer kommen nicht als Invasoren, sondern als gebeutelte und verunsicherte „Fremde“, die eure christliche Gastfreundschaft bitter nötig haben!