Theater
Die VBB zeigen das Stück "Monte Rosa" der österreichischen Autorin Teresa Dopler. Es legt dar, wie menschliche Bergidyllen - einer Gletscherzunge ähnlich - langsam dahinsiechen.

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Sie kommen von da und von dort, als A und als B. Allein und überrascht vom Gegenüber. Auf einer Bank mit großer grauer Wand im Rücken werden sie erst später Platz nehmen, nachdem sie sich verbal beschnuppert haben. Das machen A (Barbara Romaner) und B (Margot Mayrhofer) ausführlich, in kurzen Sätzen und vielen stimmigen Pausen. Zögerlich verhalten, sprechen sie nach einem begrüßenden Berg Heil, über lächerliche Äußerlichkeiten, Gefahren am Berg und natürlich die vielen Wege nach „oben“. Dazwischen platzieren sie bemühte Lacher, die im Mantra-Style als gespiegeltes Echo daherkommen und dem gewollt holprigen Gesprächsfluss ein unnahbares Staccato verleihen. Das aufgezwungene Lachen gehört dazu, wie der schützende Helm, der bei B immer da ist, bei A schon mal abhandenkommt. Die Figuren, zwei Frauen mit männlichem Gehabe, tragen breites Dauergrinsen im Gesicht oder verträumte Melancholie. 
 

Herrlich ist alles, inmitten des Patriarchats, inmitten der Bergwelt - herrlich!


Schnell merkt das Publikum, dass der getaktete Einsatz der Lachmuskeln der Akteure aufgesetzt ist, als traumatisches und schon bald gruseliges Lustigsein, in auch noch so jeder erdenklichen Extremsituation. Außerdem: Herrlich ist alles, inmitten des Patriarchats, inmitten der Bergwelt - herrlich! 
Hinter der Heiterkeit und dem ehrfürchtigen Staunen versteckt sich allerdings die Angst, vor dem Scheitern, der Konkurrenz, vor Beziehungen. Und so kann es eigentlich bei jedem Satz (und Griff) passieren, dass A und B Fehler begehen, abrutschen und abstürzen. So unsicher die beiden ihr Gespräch führen, so erfahren und scheinbar sicher agieren die Protagonistinnen am schmalen Grat. Ob sie sich schon mal gesehen haben? Von früher kennen? 
Das Bergsteigerstück der Autorin Teresa Dopler glänzt durch brillante Dialoge, die in ihrer Steilheit tief gehen, stehen sie doch immer wieder am Abgrund und bauen sich dann vom Tal her wieder auf, wie Wolkentürme nach einem Gewitter. 

Schauspieler*innen:
A — Barbara Romaner
B — Margot Mayrhofer
C — Jakob Egger
Regie
Susanne Frieling
Bühne
Mirjam Falkensteiner
Kostüme & Video
Bettina Kirmair
Licht
Dietmar Scherz
Dramaturgie:
Daniel Theuring
Regieassistenz:
Theresa Prey
Ein Stück von:
Teresa Dopler

Termine, Infos und Tickets:
Vereinigte Bühnen Bozen

Bis A und B gemeinsam auf der Bank inmitten der Bergwelt Platz nehmen, mag zwar eine halbe Ewigkeit vergehen, aber die Schauspielerinnen meistern die Seelenwanderung mit augenscheinlicher Schwere, die sich nicht nur in der wuchtigen Ausrüstung manifestiert. 
Auch wenn sich Monte Rosa 100 Minuten lang offensichtlich und ausschließlich um das Besteigen von Bergen dreht, offenbart das Stück immer wieder menschliche Gipfelerlebnisse, tiefe Schluchten und verschiedenste Sichtweisen auf Einsamkeit, Zweisamkeit, Dreisamkeit, sowie diverse Seilschaften. 
Als C dazukommt nimmt das Stück einen Umweg über das Bild einer Hütte, die an den Kiosk erinnert, an welchem das Sendeformat Verstehen sie Spaß vor Jahren Reinhold Messner hereinlegte, als sie den 8000er-Rekordhalter kurz vor dem Gipfel des Matterhorns an einem Kiosk vorbeikommen ließen und Messner fuchsteufelswild wurde. Der Kiosk steht bei Monte Rosa zwar nicht so sehr für Konsum und den Ausverkauf der Berge wie im Reingelegt-Klassiker von Paola und Kurt Felix, sondern für etwaige Glücksmomente, die man sich nicht kaufen kann, die einem zufallen, sofern man dies zulässt. 
Gebrochen werden die delikaten Annäherungen der Bühnenfassung von Susanne Frieling durch Videoschaltungen, die amüsant das authentische Bergerlebnis verschiedener Gesprächspartner*innen aufgreifen und mittels Lippen-Synchronisation der drei fragilen Muskelprotze nachgestellt werden. Messners Tochter ist übrigens auch dabei. In einem Vorgespräch zum Stück hat sie - wie auch Katrin Spira, Fabiola Kuonen, Verena Mairhofer, Claudia Plaikner, Barbara Romaner und Brigitte Kager - persönliche Erfahrungen preisgegeben, die im Stück als Projektion, die verstreut auf der Bühne verteilten Leinwände erklimmen. 

(c) VBB

Wann wird Nähe zugelassen? Wann wird jemand zurückgelassen? Diese und viele weiter Fragen stehen bei Monte Rosa immer wieder im Theaterraum. Oder sie hängen in der Luft. Die drei Freigeister überbieten sich gegenseitig, untertreiben vornehm, verlieben sich, zucken zusammen, stoßen sich an und ab und schießen sich selbst aus der Welt, wie Abhängige die einfach nicht loskommen können, von den immer seltsamer werdenden Gefühlen und den Sehnsüchten im Gebirge. 
Es geht in Monte Rosa auch immer wieder um das streunende Allein-durch-die-Welt-Gehen, um einsame Köter, die sich nicht einhängen möchten, sich aber dennoch anhänglich zeigen, wenn sie dem Tod nahe kommend das Leben spüren. In den Bergen. Herrlich.

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