Klimaschutz
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Wenn z.Z. CO2-Zertifikate
Wenn z.Z. CO2-Zertifikate gefälscht werden können, dann muss die zuständige Organisation solche Fälschungen verhindern. Sonst bleibt diese Handels-Maßnahme fragwürdig
Gerade am Anfang des
Gerade am Anfang des Emissionenhandels, etwa 2003-2008, habe ich versucht Energieeffizienzprojekte unter anderem auch mit Kyoto-Zertifikaten zu finanzieren. Nach einigen Jahren Arbeit, Konferenzen, Treffen bei Energieunternehmen, unzähligen Lektüren, Verfassung von Aufsätzen usw bin ich zu einem einfachen Schluss gekommen. Das ganze System ist pfuscht und gehört ab sofort verboten. Es funktioniert nicht, ist extrem teuer, bereichert wenige, verschiebt echte Maßnahmen in eine ungewisse Zukunft. Mathematisch formuliert: Heuchelei hoch Gier.
Das Emissionenhandel-System wurde 1997 von den USA an die EU „verkauft“ bzw aufgezwungen. Die EU hätte systemische Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen vorgezogen, die USA waren dagegen, sie trafen aber die endgültige Entscheidung. Die EU fing somit an, das Kyoto-System zu implementieren, während die USA es kurz danach ablehnten. 25 Jahre später befürworten jetzt die USA staatliche Direktinvestitionen ins Energiesystem.
In der Zwischenzeit haben die s.g. 3.-Welt Länder unsere extreme Heuchelei verstanden. Sie für ein Groschen abfüttern, um bei uns auf nichts zu verzichten: „Ich kann mit 5 Euro in Afrika mehr bewirken als in Südtirol“. Kein Wunder, dass diese Länder jetzt auf China positiv schauen.
Unsererseits - ein Umdenken, irgendwann, vielleicht?
Interpol hat übrigens ein
Interpol hat übrigens ein Gute to Kyoto Trading Crime ausgegeben:
https://www.interpol.int/ar/content/download/5172/file/Guide%20to%20Car…
Echte Kompensation
Echte Kompensation funktioniert nur, wo unvermeidbare Emissionen durch aktive Maßnahmen langfristig (mind. 100 Jahre) in Böden oder Vegetation gebunden werden. Oft sind Aufforstungsprojekte sogar kontraproduktiv. Es werden Monokulturen von standortfremden, schnell wachsenden Bäumen in Ökosystemen hochgezogen, wo nie ein Baum stand, mit der Folge, dass Bodenkohlenstoff verloren geht. Die Bäume werden dann nach relativer kurzer Zeit abgeerntet und verarbeitet.
Mit Projekten wie „mit erneuerbaren Energien oder die Steigerung der Energieeffizienz“ ist das angestrebte Netto-0 Ziel NICHT erreichbar. (Abgesehen davon sind seit der COP 26 in Glasgow Doppelzählungen nicht mehr erlaubt.)
Wir sollten uns nichts vormachen: In der Realität bleiben die meisten Kompensationsprojekte ein Ablasshandel, wo wir etwas Geld in die Hand nehmen, weil uns das Reduzieren von Emissionen vor der Haustür zu teuer und zu „gscherig“ ist.
Skepsis ist wohl allemal
Skepsis ist wohl allemal angebracht. In D wurde eine pro-Kopf-Quote für CO2 angedacht und leider wieder verworfen, das wäre m.E. der richtige Schritt gewesen. So wie es aussieht, wird eine Klimadiktatur unausweichlich werden, da sich die Schönen und Reichen ihre Privilegien und Goldminen nicht nehmen lassen wollen.