SALTO: Wie entstand vor rund drei Jahrzehnten die Idee in Neumarkt einen Ort für zeitgenössische Kunst zu schaffen?
Brigitte Matthias: Eine Gruppe von Kunstinteressierten und Kulturschaffenden wollte einen Ort initiieren, an dem Künstlerinnen und Künstler geeignete Rahmenbedingungen für ihre Ausstellungstätigkeit vorfinden können. Auch sollte die Dorfbevölkerung die Gelegenheit erhalten, sich mit zeitgenössischer Kunst auseinanderzusetzen, denn es gab damals im Unterland keinen Ort zur Vermittlung von Gegenwartskunst. Beim damaligen Präsidenten der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland Oswald Schiefer stießen wir mit diesem Wunsch auf offene Ohren – obwohl er der Meinung war, dass wir spätestens nach einem Jahr die Flinte ins Korn werfen würden. Das hat er mir aber erst 2007 beim Fest zum 10-jährigen Jubiläum verraten.
Aus Kostengründen gab es ein schwarz-weißes Plakat und fotokopierte Einladungen…
Welche Erinnerungen haben Sie an die erste Schau?
Die erste Ausstellung im Kunstforum Unterland war eine Gemeinschaftsausstellung. Die vier im Unterland lebenden Künstler Gotthard Bonell, Robert Bosisio, Ivo Mahlknecht und Christian Reisigl waren jeweils mit einigen Arbeiten vertreten. Aus Kostengründen gab es ein schwarz-weißes Plakat und fotokopierte Einladungen, ein Büffet aus meiner Küche, allerdings damals schon einen guten Tropfen, darauf wird in einem Weingebiet wie dem unseren auch heute noch großer Wert gelegt. Die Schau war ein enormer Erfolg, auch, wenn alles sehr bescheiden begonnen hat, aber besser, sich langsam nach oben arbeiten, als aus großer Fallhöhe nach unten.
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