Gestern Abend wurden im Bozner Waltherhaus zum zweiten Mal die „European Textile & Craft Awards“ (ETA)" verliehen: Die international besetzte Jury hat von zahlreichen Einreichungen 19 Sieger*innen ausgewählt. Auch die drei Südtiroler Nominierten konnten mit ihrer Arbeit überzeugen.
Michael Klammsteiner aus Bruneck wird in der Kategorie für nachhaltige Mode mit dem ersten Preis ausgezeichnet. In der Kategorie Kostümdesign überzeugen gleich zwei Südtirolerinnen: Auf den ersten Platz schafft es die freischaffende Kostümbildnerin Cinzia Cioffi mit der Ausstattung des Ötzi im Spielfilm „Der Mann aus dem Eis“ von Felix Randau. Ebenso ausgezeichnet wird die Meraner Modedesignerin Mirjam Hellrigl für die Kostüme der Freilichtspiele Lana im Stück „Shakespeare in Love“, sie erhält den zweiten Preis.
„Bei nachhaltiger Mode besteht die Herausforderung, dass sie für viele zu teuer oder elitär erscheint.“
„Es gibt in der Szene auch sehr sensible Personen wie mich, die im Hintergrund arbeiten und ein wenig Schwierigkeiten haben, nach außen zu gehen. Deswegen tut es gut, diesen Award zu erhalten“, sagt Klammsteiner auf der Bühne. Auch Cioffi und Hellrigl zeigen sich über die Auszeichnung erfreut und ringen mit Worten. „Ich mache feministische und nachhaltige Mode, das ist gerade in Südtirol oft sehr schwierig und man kämpft mit Gegenwind. Umso schöner ist es, heute hier zu sein und ausgezeichnet zu werden“, sagt Hellrigl. Sie trägt ein schwarzes Abendkleid mit bedrucktem Umhang, darauf die Botschaft „Mode ist politisch“.
Zu den Ausgezeichneten zählen namhafte Persönlichkeiten wie die österreichische Modedesignerin Christa Franz, ebenso mit dem ersten Preis für nachhaltige Mode ausgezeichnet. Ihre Arbeit war bereits auf der Fashion Week in Mailand zu sehen, sie entwirft Kleidung auf Maß, unter anderem auch Trachten. Ebenso die US-amerikanische Modedesignerin Jennifer Daley ist in dieser Kategorie Erstplatzierte und betreibt unter dem Namen „Fine Textiles“ eine Manufaktur mit Gästehaus und Permakultur-Garten. Gisa Lass von der Temme//Obermeier GmbH in Bayern holte sich für den Membranbau eines nachgebildeten Stadions vor dem Bundestag in Berlin für das Public Viewing der Fußballeuropameisterschaft 2024 den ersten Preis für textile Architektur.
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